Aktualisiert 16.02.2011 22:05

Basel

Fundstätten werden immer öfters geplündert

Hobby-Archäologen treiben vermehrt ihr Unwesen und graben illegal nach archäologisch bedeutenden Gütern.

von
Jeanne Dutoit
Augusta Raurica: Merkblätter weisen auf das Grabungsverbot hin. (Augusta Raurica / Key)

Augusta Raurica: Merkblätter weisen auf das Grabungsverbot hin. (Augusta Raurica / Key)

«Mit Metalldetektor und Schaufel ausgerüstet gehen immer mehr ‹Archäologen› auf die Pirsch», weiss der Basler Kantonsarchäologe Guido Lassau. «Nicht mal vor Skelettteilen machen die Plünderer Halt.» So seien während archäologischen Ausgrabungen auf dem Münsterhügel etwa Knochen aus einem Grab gestohlen worden.

Nebst dieser eher ungewöhnlichen Beute haben es die selbst ernannten Schatzsucher aber vor allem auf Münzen, Bronzefiguren und Armbrustbolzen abgesehen. «Nach einer Plünderung ist der Fundzusammenhang vollständig zerstört. Dieser Schaden ist jeweils irreparabel», so Lassau.

In der ehemaligen Römerstadt Augusta Raurica haben die Diebe besonders leichtes Spiel: In der ländlichen Umgebung können sie ihrem illegalen Hobby praktisch ungestört nachgehen. «Dank regelmässigen Polizeipatrouillen und Merkblättern, die bei uns aufliegen, können wir das Risiko jedoch etwas eindämmen», so Sprecherin Karin Kob. Zudem vertraue man auf «Neighbourhood Watching». Kob: «Die Bewohner rund um die Fundstätten sind auf die Problematik sensibilisiert. Sie halten ihre Augen offen und melden uns allfällige brisante Beobachtungen.»

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