Schüsse auf Postauto: «Furchtbar, dass so etwas hier passiert»
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Schüsse auf Postauto«Furchtbar, dass so etwas hier passiert»

Nach dem Vorfall in Gamprin (FL) vom Sonntag, als ein Mann auf fahrende Autos sowie ein Postauto schoss, gibt es nun weitere Erkenntnisse der Polizei. In der Gemeinde sind die Anwohner schockiert.

von
Leo Butie
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An der Haldenstrasse in Gamprin (FL) schoss ein Passant mit einer Gasdruckpistole auf vorbeifahrende Autos und traf einen Linienbus.

An der Haldenstrasse in Gamprin (FL) schoss ein Passant mit einer Gasdruckpistole auf vorbeifahrende Autos und traf einen Linienbus.

Landespolizei Fürstentum Liechtenstein
Dabei ging eine Scheibe kaputt. 

Dabei ging eine Scheibe kaputt.

Landespolizei Fürstentum Liechtenstein
Der Chauffeur habe anschliessend die Polizei kontaktiert, die den Mann nach wenigen Minuten widerstandslos festnehmen konnte. (Symbolbild)

Der Chauffeur habe anschliessend die Polizei kontaktiert, die den Mann nach wenigen Minuten widerstandslos festnehmen konnte. (Symbolbild)

PostAuto

Darum gehts

  • Am Sonntag schoss ein Mann in Gamprin FL mit einer Gasdruckpistole auf Fahrzeuge.

  • Der Mann wurde festgenommen.

  • In Gamprin ist man geschockt über den Vorfall.

  • Gemäss der Postauto handelt es sich um einen «absoluten Einzellfall».

  • Die Ermittlungen laufen weiter.

Am Sonntagmorgen kam es auf der Haldenstrasse in Gamprin (FL) zu einem Polizeieinsatz. Dies, weil mehrere Meldungen eintrafen, dass ein Passant mit einer Pistole auf fahrende Autos ziele und Schüsse abgebe. Bei einem Linienbus der Liemobil, die durch die Postauto AG betrieben werden, ging dabei die Heckscheibe zu Bruch. Der Chauffeur, der alleine im Bus unterwegs war, blieb unverletzt und verständigte die Polizei. Er habe links auf dem Trottoir einen Fussgänger bemerkt, der mit einer Pistole auf den Bus zielte und mehrfach schoss. Auf mindestens zwei weitere Fahrzeuge habe der Mann geschossen und sie teilweise beschädigt, wie es am Sonntag in einer Mitteilung der Landespolizei Fürstentum Liechtenstein heisst. Verletzt wurde niemand.

Erstaunen bei Anwohnern

In der näheren Umgebung erfuhr man erst am Montagmorgen von den Vorfällen an der Haldenstrasse. Von diversen Anwohnern ist zu hören, dass sie es erst am Morgen in der Zeitung lasen. «Von meinem Haus aus konnte ich am Sonntagvormittag ein Polizeiauto sehen», sagt ein Anwohner zu 20 Minuten. Er habe aber nichts gehört. Einige Anwohner sind verunsichert. «Es ist furchtbar, dass so etwas hier passiert. Ich laufe jeden Tag dort vorbei», sagt eine Anwohnerin. Angst habe sie keine, aber sie mache sich deswegen schon Gedanken. Sie hoffe, es handele sich bei diesem Vorfall um einen Einzelfall. Sie fühle sich hier sonst sicher.

Eine weitere Anwohnerin sagt, sie sei froh, dass sie sich zur Tatzeit im Haus aufhielt. «Ich finde es schon sehr schlimm, aber in der heutigen Zeit wundert es mich nicht», meint sie. Es seien momentan sehr viele Menschen gereizt, wegen der anspruchsvollen Zeit. «Er ist wohl einfach durchgedreht», sagt die Anwohnerin. Sie hoffe ebenfalls, dass es bei diesem Einzelfall bleibt.

Ermittlungen laufen weiter

Wenige Minuten nach Eintreffen der Meldung konnte die Landespolizei den Mann in Oberbendern (FL) widerstandslos festnehmen und die Tatwaffe sichern. Wie die Landespolizei Fürstentum Liechtenstein am Montag in einer Mitteilung schreibt, handelt es sich bei der Waffe um eine Grasdruckpistole. Diese können mit echten Feuerwaffen verwechselt werden.

Beim Schützen handele es sich um einen ausländischen Staatsbürger, der keinen Bezug zu Liechtenstein habe und auch keinen Wohnsitz in Liechtenstein aufweise. Es besteht laut Polizei der Verdacht einer psychischen Erkrankung, wobei diesbezüglich Abklärungen im Gange sind.

Am selben Tag gegen 13.30 Uhr meldete eine Person aus Schellenberg, dass er ein Einschussloch bei einem Fenster seines Hauses festgestellt habe. Hierzu besteht der Verdacht, dass derselbe Täter zuvor in Schellenberg von der Gasdruckpistole Gebrauch machte und somit auch mit dieser Tat in Verbindung steht.

Sowohl zur Person, die sich aktuell in Untersuchungshaft befindet, als auch der verwendeten Waffe, laufen Ermittlungen bzw. Abklärungen durch die Landespolizei.

Ein absoluter Einzelfall bei der Postauto

Der Chauffeur wurde ebenfalls von der Polizei zum Vorfall befragt und danach beurlaubt. «Dem Chauffeur geht es den Umständen entsprechend gut. Er ist zuhause und gab an, dass er keine Betreuung benötige», teilt Ben Küchler, Mediensprecher von Postauto, auf Anfrage mit. Das betroffene Fahrzeug befindet sich derzeit in Reparatur. Die Höhe des Sachschadens könne noch nicht beziffert werden.

Die Fahrer der Postauto AG werden darin geschult, mit aggressiven Fahrgästen umzugehen und gefährliche Situationen zu deeskalieren. «Sie erhalten zwar keine explizite Schulung in Bezug auf die Situation, in der mit einer Feuerwaffe auf ein Postauto geschossen wird, unser Fahrer hat aber vorbildlich gehandelt», so Küchler. Er sei aus der Gefahrenzone gefahren, habe am Strassenrand angehalten und die Polizei kontaktiert. «Es bleibt zu bemerken, dass es sich hier um einen absoluten Einzelfall handelt», sagt Küchler. Man könne sich nicht erinnern, dass dies jemals vorgekommen sei.

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