Topmodell vs. Studentin: Furien vom Zürichberg kommen ungestraft davon
Aktualisiert

Topmodell vs. StudentinFurien vom Zürichberg kommen ungestraft davon

Blutige Lippen, gerissene Haare, ein Schlag in den Magen und drei Dellen in einem teuren Mercedes. Dies ist die niederschmetternde Bilanz eines brutalen Zicken-Duells zwischen zwei Zürcherinnen. Beide kommen nun straflos davon.

von
Attila Szenogrady

Es geschah am helllichten Mittag, als sich die beiden Damen vor der Apotheke Zürichberg böse in die Haare gerieten. Eine erfolgreiche Stylistin (51) wollte gerade mit ihrem Luxuswagen der Marke Mercedes einparkieren, als plötzlich eine 23-jährige Studentin vor dem Wagen auftauchte. Die Passantin erschrak massiv und trat laut Anklage mit Händen und Füssen gegen die Beifahrertüre des Fahrzeugs.

Wie eine Furie ...

Laut Staatsanwaltschaft waren die Schläge der jungen Zürcherin so stark, dass sie damit gleich drei Dellen mit einem Sachschaden von 2000 Franken anrichtete. Mit der Folge, dass das Zürichberg-Topmodell wutentbrannt ausstieg und die Lippen der Studentin blutig schlug. Worauf sich diese mit einem Faustschlag in den Magen ihrer Gegnerin revanchierte. Laut einer Angestellten der Apotheke ging vor allem die reifere Dame wie eine Furie auf ihre Kontrahentin los und riss sie auch an den Haaren.

Gegenseitige Anzeigen

Erst die alarmierte Polizei konnte die Situation wieder unter Kontrolle bringen. Da sich die beiden streitbaren Zürcherinnen gegenseitig verzeigten, beschäftigte der Vorfall vom 19. Oktober 2007 in der Folge die Zürcher Justiz.

Allerdings hat der Berg heute eine Maus geboren. So wurde das Verfahren gegen die Zürichberg-Dame wegen berechtigter Retorsion (Abwehrreaktion) schon längst eingestellt.

Keine ist schuldig

Am Mittwoch kam es auch für die Studentin vor dem Bezirksgericht Zürich zu einem glücklichen Ausgang. Sie musste als nicht geständige Angeklagte wegen Sachbeschädigung sowie Tätlichkeiten mit einer bedingten Geldstrafe von 40 Tagessätzen zu 40 Franken sowie 600 Franken Busse rechnen.

Allerdings kam es nicht so weit, da sie vom zuständigen Einzelrichter Franz Häcki umfassend freigesprochen wurde. So sei der Schaden am Auto gar nicht erwiesen, erklärte Häcki und kritisierte dabei die Stylistin, die es am Tatort verpasst habe, Fotos über den Schaden als Beweismittel zu sichern.

Bei den Tätlichkeiten wies das Gericht auf die erste körperliche Attacke des Modells hin und kam deshalb ebenfalls zu einem Freispruch. Die Studentin erhält eine Prozessentschädigung von 5371 Franken für ihren Rechtsanwalt. Die Moral der Geschichte: Ausser Spesen nichts gewesen.

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