Gesundheitskosten: Fusion der Kantonsspitäler soll Geld einsparen
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GesundheitskostenFusion der Kantonsspitäler soll Geld einsparen

Die Gesundheitsdirektoren beider Basel wollen die Kantonsspitäler beider Kantone in einer Spitalgruppe zusammenlegen. Damit sollen die Kosten gesenkt werden.

von
lha
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Das Klinikum 1 des Basler Universitätsspitals. Im grössten Spital der Region stehen gewaltige Investitionen bevor. Das Klinikum 2 soll neu gebaut werden, was bis zu 900 Mio. Fr. kostet.

Das Klinikum 1 des Basler Universitätsspitals. Im grössten Spital der Region stehen gewaltige Investitionen bevor. Das Klinikum 2 soll neu gebaut werden, was bis zu 900 Mio. Fr. kostet.

Keystone/Georgios Kefalas
Der Hauptsitz der Kantonsspitäler Baselland in Liestal. Die Baselbieter Spitalgruppe ist auf drei Standorte verteilt und teuer. Die stetig wachsenden Kosten bereiten der Baselbieter Regierung seit Jahren Sorgen.

Der Hauptsitz der Kantonsspitäler Baselland in Liestal. Die Baselbieter Spitalgruppe ist auf drei Standorte verteilt und teuer. Die stetig wachsenden Kosten bereiten der Baselbieter Regierung seit Jahren Sorgen.

ksbl
Mit der Zusammenfassung der Spitäler beider Kantone in einer Spitalgruppe würde das Bruderholzspital abgewertet. Das heute stationäre Vollangebot würde abgebaut und die Klinik nur noch eine Tagesklinik für operative Eingriffe sein. Das alte Spitalhochhaus kann dafür abgerissen und durch einen effizienteren Neubau ersetzt werden.

Mit der Zusammenfassung der Spitäler beider Kantone in einer Spitalgruppe würde das Bruderholzspital abgewertet. Das heute stationäre Vollangebot würde abgebaut und die Klinik nur noch eine Tagesklinik für operative Eingriffe sein. Das alte Spitalhochhaus kann dafür abgerissen und durch einen effizienteren Neubau ersetzt werden.

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Das Universitätsspital Basel (USB) und die Baselbieter Kantonsspitäler (KSBL) sollen in einer Spitalgruppe zusammengelegt werden, wie die beiden Regierungen vorschlagen. Das marode Bruderholzspital soll von einem Stationär-Spital zur Tagesklinik werden.

Die Gesundheitsdirektoren prüften eine «vertiefte Kooperation in der Gesundheitsversorgung», teilten die Regierungen am Montagmorgen mit. Im März hatten sie eine gemeinsame Spitalstrategie angekündigt und dabei auch eine Spitalfusion nicht ausgeschlossen.

Hintergrund ist steigender Kostendruck. Zudem ist auch die Sicherung der Hochschulmedizin in der Region Basel ein Ziel. Zusammenrücken und Fokussierung auf Kernkompetenzen soll nun Synergien und Skaleneffekte ermöglichen. Die Spitalgruppe sei «offen für eine spätere Beteiligung weiterer Partner in der Region», hiess es.

Die Zeit drängt

Auf dem Tisch liegt jetzt ein Strategiepapier mit zu prüfenden Stossrichtungen. Definitive Entscheide oder verbindliche Zahlen stehen noch aus. Die Verwaltungsräte von USB und KSBL sollen bis im dritten Quartal 2016 konkretere Umsetzungsvorschläge liefern. Die Rede ist von einem «unvermeidbaren Veränderungsprozess».

Die Zeit drängt, ist doch in Basel ein teurer und wegen eines 60-Meter-Turms in der Altstadt umstrittener Neubau für das USB-Klinkum 2 aufgegleist. Der Grosse Rat hat dem Projekt mit Kosten zwischen 550 und 900 Millionen Franken zugestimmt; Denkmalschutzkreise ziehen jedoch vor Gericht.

Mit einer gemeinsamen Leistungsvereinbarung sollen die ausgelagerten öffentlichen Spitäler der beiden Kantone an eine Leine genommen werden. Diese Leistungsvereinbarung soll Investitionen bündeln und Überkapazitäten abbauen. Letztere werden insbesondere im stationären Bereich geortet, weshalb der ambulante Sektor ausgebaut werden soll.

Bruderholzspital degradiert

Markantestes Projekt ist dabei die Verwandlung des maroden Baselbieter Kantonsspitals Bruderholz, das bisher ein stationäres Vollangebot führt, in eine «Tagesklinik für operative und interventionelle Eingriffe». Dazu soll ein neues Gebäude erstellt und das alte Spitalhochhaus abgerissen werden.

Angenehmer Nebeneffekt für die leeren Baselbieter Staatskassen: Anstelle des alten Spitalturmes können hochpreisige Wohnungen entstehen. Zum kleinen Laufener Spital, über dessen Schliessung seit langem spekuliert wird, heisst es, dort solle ein «bedarfsorientiertes Gesundheitsnetzwerk entstehen.»

Die Zusammenarbeit von Baselland und Basel-Stadt ist in den letzten Jahrzehnten nicht spannungsfrei verlaufen. Zwar besteht seit 1999 ein Universitäts-Kinderspital beider Basel (UKBB), hingegen scheiterte 2012 ein gemeinsames Geriatriezentrum. Auf Abgrenzung bedacht war in der Regel Baselland. (lha/sda)

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