Fusion von Brugg und Windisch
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Fusion von Brugg und Windisch

In Brugg und Windisch müssen die Exekutiven gegen ihren Willen die Fusion der beiden Gemeinden vorbereiten. Beide Gemeindeparlamente haben gleich lautende Volksinitiativen gutgeissen.

Nach dem Einwohnerrat Windisch Mitte Woche hat am Freitagabend auch das Brugger Stadtparlament der Fusions-Initiative deutlich zugestimmt. Beide Gemeindeparlamente verzichteten zudem darauf, die Volksinitiative dem obligatorichen Referendum zu untertellen.

Mit den beiden gleich lautenden Initiativen haben die Gemeinderäte von Brugg und Windisch den Auftrag gefasst, die für einen Zusammenschluss erforderlichen Unterlagen zu erarbeiten. Dabei soll das Fusionsprojekt «zügig» bearbeitet werden, so dass ein Zusammenchluss ab 2010 erfolgen kann.

Ungleiche Partner

Sowohl der Stadtrat Brugg als auch der Gemeinderat Windisch hatten die Ablehnung der Initiative beantragt. Gegen die Fusion ins Feld geführt wurden vor allem finanzielle Gründe.

Brugg mit 9000 Einwohnern hat einen Steuerfuss von 95 Prozent und verfügt über 43 Mio. Franken Eigenkapital. Windisch mit 6700 Einwohnern und 118 Prozent Gemeindesteuern drücken gegen 21 Mio. Franken Schulden.

Aufgrund dieser ungleichen Partnerschaft schlugen die beiden Exekutiven zunächst eine verstärkte Zusammenarbeit vor. Durch Kooperationen sollte Windisch die Gelegenheit erhalten, die Finanzen bis im Jahre 2009 zu verbessern und so «eine attraktive Partnerin für eine Fusion mit der Stadt Brugg zu werden».

Grosse Investitionen warten

Grosse Hoffnungen setzt Windisch in die Fachhochschule Nordwestschweiz: 2001 entschied der Grosse Rat, die verschiedenen Fachhochschulen auf einem Campus in der Nähe des Brugger Bahnhofs, aber auf Gemeindegebiet Windisch zu konzentrieren.

Doch das Fachhochschulzentrum mit rund 3000 Studierenden hat für Windisch vorerst seinen Preis. Für die Realisierung des Projektes «Vision Mitte» sind in den nächsten Jahren Investitionen in Millionenhöhe nötig.

Zunächst bestehe damit die Gefahr, dass die Verschuldung der Gemeinde Windisch noch zunehmen werde, macht der Gemeinderat geltend. Als «armer Schlucker» möchte der Windischer Gemeinderat seine Gemeinde aber nicht in die Ehe mit Brugg einbringen.

(sda)

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