Fusion von Littau und Luzern: Volksabstimmung in zwei Jahren
Aktualisiert

Fusion von Littau und Luzern: Volksabstimmung in zwei Jahren

Der Gemeinderat von Littau steht, im Gegensatz zum Stadtrat von Luzern, einer Fusion der zwei Gemeinden skeptisch gegenüber.

Trotzdem wird das Projekt weiter verfolgt. In zwei Jahren soll über einen Fusionsvertrag abgestimmt werden.

Seit September 2002 wird über eine Fusion von Luzern (57 000 Einwohner) mit der Vorortsgemeinde Littau-Reussbühl (16 000) diskutiert. Eine Grundlagenstudie bestätigte 2003, dass sich ein solcher Schritt für beide Gemeinden auszahlen könnte.

Am Freitag haben die beiden Exekutiven einen Zwischenbericht vorgelegt. Wie der seit 2003 personell stark erneuerte Gemeinderat Littau mitteilte, würde er sich auf Grund der heutigen Erkenntnisse zum jetzigen Zeitpunkt gegen eine Fusion aussprechen.

Der Luzerner Stadtrat hingegen befürwortet das Projekt einhellig. Er wolle die Fusion mit Littau, heisst es in seiner Stellungnahme. Für den Stadtrat ist das Vorhaben eine strategische Weichenstellung und ein Anfang für allfällige weitere Fusionen in der Region Luzern.

Weitere Abklärungen nötig

Das heutige Nein Littaus bedeutet aber nicht das Aus. Der Littauer Gemeinderat wolle die Tür nicht zuschlagen, sondern er brauche etwas mehr Zeit, heisst es im Zwischenbericht.

Der Gemeindrat Littau führt dazu aus, dass die Ausgangslage für Littau schwieriger sei als für Luzern, weil eine Fusion den Verlust der Eigenständigkeit bringe. Wie sich der Gemeinderat nach weiteren Abklärungen entscheiden werde, bleibe offen.

Auf Grund dieser unklaren Situation kamen die beiden Regierungen überein, eine mögliche Fusion weiter zu prüfen und die Stimmberechtigten im Juni 2007 über einen Fusionsvertrag abstimmen zu lassen.

Der Gemeinde- und der Stadtrat wollten nicht alleine auf Exekutivebene über ein so gewichtiges und für die ganze Region bedeutende Vorhaben entscheiden, heisst es dazu im Zwischenbericht.

Der Einwohnerrat Littau nimmt am 25. Mai und der Grosse Stadtrat Luzern am 9. Juni vom Zwischenbericht Kenntnis. Fallen die Pläne der Exekutiven nicht durch, wird eine Projektorganisation eingesetzt.

Diese soll bis Juli 2006 einen Entwurf für einen Fusionsvertrag ausarbeiten. Bis dann wollen Gemeinde- und Stadtrat offiziell Stellung beziehen. Heissen die Gemeindparlamente den Fusionsvertrag gut, können die Volksabstimmungen durchgeführt werden.

Beide können gewinnen

Gemäss der Grundlagenstudie können beide Gemeinden bei einer Fusion profitieren. Für Littau würde der Steuerfuss tendenziell sinken; gleichzeitig würden die Leistungen der Verwaltung eher steigen.

Die Stadt könnte ihre typischen Probleme als Kernstadt lösen. So käme sie zu Landreserven und zu zusätzlichen, eher jüngeren Einwohnern. Der früheste mögliche Fusionszeitpunkt ist der 1. Januar 2010.

(sda)

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