Boom: Fussball bei Kindern beliebt wie nie zuvor

Aktualisiert

BoomFussball bei Kindern beliebt wie nie zuvor

Noch nie haben in der Schweiz so viele Leute Fussball gespielt wie heute: Bereits sind über 250 000 Spieler lizenziert –
und dank der WM ist kein Ende des Booms in Sicht.

von
Daniel Waldmeier
In der Schweiz spielen immer mehr Kinder und Jugendliche aktiv Fussball. (colourbox.com)

In der Schweiz spielen immer mehr Kinder und Jugendliche aktiv Fussball. (colourbox.com)

Immer mehr Fussballbegeisterten reicht es nicht mehr, nur für ihren Verein oder die Nati zu fanen. Sie wollen selber gegen den Ball treten. Dies zeigen die neuesten Zahlen des Schweizerischen Fussballverbandes (SFV): Per Ende Mai verzeichnete er über 250 000 lizenzierte Spieler – 20 Prozent mehr als vor zehn Jahren.

Vor allem bei den Junioren ist die Zahl der Spieler in den letzten Jahren explodiert (vgl. Grafik). Und wenn in acht Tagen die WM in Südafrika beginnt, werden die Vereine erneut überrannt: «Wir rechnen mit rund 5000 Neuanmeldungen», sagt Luca Balduzzi, Chef Breitenfussball beim SFV. Bereits spielten in den Städten zwischen 30 und 50 Prozent der Jugendlichen Fussball. «Diese Entwicklung freut uns ungemein. Sie ist aber auch eine riesige Herausforderung.» Zwar steige die Wahrscheinlichkeit, dass ein Jahrhunderttalent entdeckt werde. Doch fehle es an Trainern und Plätzen. «Viele Vereine führen Wartelisten», so Balduzzi.

Laut dem letzten Fifa Big Count gibt es in der Schweiz zudem 340 000 nicht regis­trierte Gelegenheitsspieler. Damit eifern rund 7,3 Prozent der Bevölkerung Messi und Co. nach – ganz ähnlich wie in Italien oder England, dem Mutterland des Fussballs. Getoppt wird dies von den Dänen: Im Königreich spielt rund jeder Zehnte Fussball. «Die Schweiz ist keine Fussballnation», sagte Ex-Nati-Trainer Gilbert Gress 1999 nach der verpassten EM-Quali. Auf dem Weg dazu scheint sie jetzt aber zu sein.

68% Schweizer

Von den rund 250 000 lizenzierten Fussballern haben 68 Prozent einen Schweizer Pass und könnten für die Schweizer Nati spielen. Unter den Ausländern am stärksten vertreten sind Italien mit 16 741 Spielern, Portugal (12 469) sowie Serbien und Montenegro (10 152). Ferner sind 5361 Türken und 3134 Deutsche aktiv. Südamerikanischen Zauber bringen die immerhin 989 Brasilianer. Gesamthaft sind rund 170 Nationen auf Schweizer Fussballplätzen vertreten.

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