Stadion Zürich: Fussball, Fun und ein Raum der Stille
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Stadion ZürichFussball, Fun und ein Raum der Stille

Eigene Garderoben, Catering-Stände, ein Restaurant und zwei Sportbars. Das neue Stadion Zürich bietet, was das Fussballer- und Fanherz begehrt. Der Favorit von FCZ-Präsident Ancillo Canepa: ein Raum der Stille.

von
Eva Tedesco

<i>(Interview: Eva Tedesco, Video: Debby Galka)</i>

Lange wurde gerätselt. Viele Witze wurden gemacht und noch mehr Häme über die Unfähigkeit der Weltstadt Zürich ausgeschüttet, nachdem unzählige Pleiten, Pech und Pannen einen Neubau bisher verhindert haben. Zehn Jahre nach dem ersten Projekt ist die Katze nun aus dem Sack. Und das erwartet die Zürcher Fans – sofern sie die neue Arena an der Volksabstimmung im September 2013 gut geheissen und der Spatenstich 2015 tatsächlich erfolgen kann.

Das neue Stadion auf dem Hardturm-Areal bietet Platz für 19 500 Zuschauer auf Steh- und Sitzplätzen. Für internationale Partien wird die Kapazität auf 16 000 Fans beschränkt. «Damit können wir bis zum Champions-League-Halbfinal fahren», sagt Stadtrat Gerold Lauber schmunzelnd, «und für einen Final finden wir auch eine Lösung ...» Auf VIPs warten 150 Logenplätze, je 500 gibt es für Gönner und Sponsoren. Im Gästebereich finden sich zwei Präsidentenclubs zu je 120 Quadratmetern, 15 Logen für 8 bis 12 Personen und ein Business- und Gönnerclub.

Keine Kapelle, aber ein Raum zum Philosophieren

Auch für die anderen Tribünengäste ist gut gesorgt. Neben einem Restaurant, das immer geöffnet und von Innen und Aussen zugänglich sein wird, können sich die Fans an einem der 18 Verpflegungsstände verköstigen. Zudem gibt es zwei Sportbars für je 120 Personen: eine für die FCZ-Fans im Süden und eine für GC-Anhänger im Norden. «Ein gutes Catering ist heute unabdingbar und für Mehreinnahmen zwingend notwendig», sagt FCZ-Präsident Ancillo Canepa. Besonders freut sich der FCZ-Boss auf einen «Raum der Stille», der die ganze Woche über geöffnet sein wird. Keine Kapelle. «Einfach ein Raum zum Verweilen und zum Philosophieren», sagt Canepa und lacht: «Am liebsten über den FCZ.»

Einig ist man sich unter den Klubs über die Aufteilung im Spielerbereich. Im neuen Stadion sind – wie schon jetzt im Letzigrund - drei Mannschaftsgarderoben geplant. «So gibt es keine Diskussionen, wer wann in welche Kabine darf und jede Mannschaft kann ihren eigenen Raum gestalten, wie er will», so GC-Boss André Dosé. In diesem Bereich, der nur den Protagonisten zugänglich ist, befinden sich auch Garderoben für die Schiedsrichter, Trainer und Ballbuben, ein Mehrzweck- und Schulungsraum, ein Untersuchungszimmer und ein Dopingkontrollraum.

Tiefgarage mit 370 Parkplätzen

Die Medien können ihrer Arbeit auf 75 Presseplätzen und in einem Presseraum nachgehen. Zudem wird es einen Konferenzraum, zwei Interview-Zonen, zwei Flash-Interview-Ecken, drei TV-Studios und 60 Kommentatorenabteile geben. Für Übertragungswagen, TV-Fahrzeuge und Mannschaftsbusse hat es eigens ein Areal von rund 1700 Quadratmetern.

Die Stars gelangen in ihren Teambussen weiterhin unterirdisch durch eine Tiefgarage ins Stadion. Wie auch Spielerfrauen, VIPs, Stadionpersonal, Ambulanz und Polizei. Insgesamt hat die Einstellhalle unter dem Stadion 370 Parkplätze und 35 Abstellplätze für Motorräder. Die Tiefgarage des Stadions wird von der Pfingstweid- und der Hardturmstrasse her erschlossen sein. Weiters werden oberirdisch weitere 100 Parkplätze angeboten – aber lediglich während Veranstaltungen. Hinzu kommen Abstellplätze für Velos.

Ausstellung für die Bevölkerung bis 11. November

Die Tramhaltestellen um das Stadion sollen an Spieltagen verkehrsfrei erreicht werden können. Deshalb wird vor und nach den Matches die Hardturmstrasse auf Höhe Stadion gesperrt. Und auch das waghalsige Unternehmen, das Überqueren der Pfingstweidstrasse wie zu alten Zeiten des Hardturms, wird es zum Glück nicht mehr geben. Die Fans kommen dannzumal leicht und sicher über eine Passerelle zum Stadion.

Ab kommenden Samstag kann sich die Bevölkerung in einer Ausstellung in der Migros Herdern, Pfingstweidstrasse 101, selber ein Bild vom neuen Stadion Zürich machen. Neben den Wettbewerbssiegern, das Badener Architekturbüro Burkard Meyer (Stadion) und Bob Gysin + Partner AG (Wohnüberbauung), stellt die Stadt auch die 11 Stadion- und 61 Wohnprojekte aus, die auch am Architekturwettbewerb teilgenommen haben. Die Ausstellung und Führungen dauern bis 11. November.

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