Alkohlverbot im Stadion: Fussball ohne Bier: Für viele Fans ein Graus
Aktualisiert

Alkohlverbot im StadionFussball ohne Bier: Für viele Fans ein Graus

Weil es bei Fussballspielen immer wieder zu Randalen von betrunkenen Matchbesuchern kommt, schwebt das Damoklesschwert eines Alkoholverbots über den Fans.

von
Thomas Pressmann

Immer wieder kommt es am Rand von Fussballspielen zu Scharmützeln zwischen der Polizei und einzelnen Matchbesuchern. So auch am letzten Wochenende beim Spiel zwischen YB und GC, bei dem zwölf Personen festgenommen wurden. Die Kosten, die in Bern nicht die Stadionbetreiber, sondern die Stadt und somit die Steuerzahler berappen müssen, steigen immer weiter an.

Für den Polizeichef der Region Bern, Manuel Willi, ist klar: Schuld an solchen Gewalttaten ist der Alkohol. Deshalb wünscht er ein Alkoholverbot im Stade de Suisse, wie die «Berner Zeitung» schreibt. Ein solches Verbot geht für die Stadionbetreiber zu weit. «Wir strafen damit 99 Prozent der Besucher», teilt Charles Beuret mit. Er verneint gleichzeitig nicht, dass Alkohol für die Betreiber des Stadions eine wichtige Einnahmequelle darstellt.

Kein Alkohol, weniger Gewalt

Die Betriebsbewilligungen für die Beizen im Stadion – und damit die Erlaubnis, Alkohol zu verkaufen – erteilt die Regierungsstatthalterin Regula Mader. Der Entzug dieser Bewilligung sei kaum möglich, denn «die gesetzliche Basis fehlt». Auch wenn betrunkene Matchbesucher Randale verursachen, reiche das nicht, um den Verkauf von Alkohol zu verbieten. Als regelmässige Matchbesucherin würde sie aber «alkoholfreie Spiele» begrüssen.

In anderen Städten wurde bis jetzt an sogennanten Hochrisikospielen ein Verbot ausgesprochen, so zum Beispiel bei der Finalissima im Frühling zwischen Basel und YB. In Zürich gab es im 2007 aufgrund riskanter Spiele sechsmal keinen Alkohol im Stadion. Bei solchen Spielen wird auch der Alkoholausschank in der Umgebung des Stadions eingeschränkt. Es darf dann zum Beispiel kein hochprozentiger Alkohol verkauft werden.

«Der Alkohol senkt bei vielen die Hemmschwelle. Scharmützel und Pöbeleien sind die Folgen», sagt Judith Hödl von der Zürcher Stadtpolizei. In Zürich habe man deshalb mit dem Alkoholverbot im und ums Stadion sehr gute Erfahrungen gemacht. Ein Verbot bei allen Fussballspielen sei aber übertrieben. «Das wäre unverhältnismässig», sagt sie.

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