Aktualisiert 31.10.2011 15:53

Weitere GewaltexzesseFussball-Profi an eigener Haustüre bedroht

Der deutsche Fussball ist in Aufruhr. Mehrere Krawalle in einer Woche führen vor Augen, dass das Hooligan-Problem hochaktuell ist. Ein Profi bekam dies persönlich zu spüren.

von
fbu

Die unschönen Vorkommnisse rund um den deutschen Fussball reissen nicht ab. Fast täglich kam es in der vergangenen Woche zu Tumulten und Schlägereien rund um Bundesliga- oder Pokalspiele. Erst entstanden beim Spiel zwischen Hannover und Bayern Rangeleien auf der Tribüne, dann randalierten Dresden-Fans beim Pokalspiel gegen Dortmund und darauf krachte es auch noch rund um das Spiel zwischen Frankfurt und Kaiserslautern. «Eine erschreckende Entwicklung», wie auch DFB-Präsident Theo Zwanziger festhielt.

Vermummte Fans vor der Haustüre aufgetaucht

Nun kamen neue Ereignisse ans Licht, die dem Oberhaupt des deutschen Fussballverbandes weitere Sorgenfalten besorgen dürften. Am Donnerstagabend wurde laut der deutschen Boulevard-Zeitung «Bild» sogar ein Profi persönlich von vermummten Hooligans bedroht. Um 21 Uhr klingelte es an der Tür von Daniel Bauer, einem Spieler des Viertligisten FC Magdeburg. Auf die Anfrage durch die Sprechanlage, wer da sei, kam die Antwort: «Pizza-Service». Als der Fussballer die Haustüre öffnete, standen rund zehn, blau-weiss maskierte Männer vor ihm, die ihn direkt bedrohten: «Wir wissen jetzt, wo Du wohnst, und wenn ihr Sonntag gegen Halle nicht gewinnt, kommen wir vorbei und packen Dich!»

Magdeburg befindet sich zurzeit in einem sportlichen Tief. Die «Fans» hatten sich schon im Vorfeld Bauer als Sündenbock ausgesucht und auch erreicht, dass er als Captain abgesetzt wurde. Die Einschüchterung vor der Haustüre hat funktioniert. Das Opfer der Bedrohung wollte aus Angst keine Anzeige erstatten. Sein Klub holte dies aber nach. Magdeburg spielte in Halle am Sonntag 0:0. Bauer stand nicht auf dem Platz. Er hatte darum gebeten, zu seiner Familie fahren zu können.

Fan-Schlägereien am Wochenende

Auch am Wochenende blieb es rund um die Fussballstadien nicht ruhig. Im Vorfeld der Bundesliga-Partie Stuttgart gegen Dortmund wurde ein BVB-Fanbus von gegnerischen Anhängern auf einer Autobahnraststätte angegriffen. Zehn bis zwölf Vermummte nutzten die Pause der Dortmunder Anhänger für eine Einschüchterungs-Aktion. Als der Bus wegfuhr, traten sie gegen das Fahrzeug. Verletzt wurde bei dem Vorfall niemand, es entstand aber Sachschaden am Bus, wie der «Berliner Kurier» berichtet. Zu einer gewalttätigen Auseinandersetzung kam es auch in der Nacht auf Sonntag. Fans der Borussia Dortmund und von Werder Bremen gerieten an einer Tankstelle aneinander. Laut Zeugenberichten sollen die BVB-Anhänger die Bremer mit Stöcken angegriffen haben.

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