Fussball-Steuerstreit eskaliert: Kanton Bern stellt UEFA eine Rechnung
Aktualisiert

Fussball-Steuerstreit eskaliert: Kanton Bern stellt UEFA eine Rechnung

Der Streit zwischen den Schweizer Steuerbehörden und dem europäischen Fussballverband UEFA schwelt weiter: Der UEFA ist eine Rechnung des Kantons Bern über einen sechsstelligen Frankenbetrag ins Haus geflattert, zahlbar bis Ende Oktober.

Die bernische Steuerverwaltung hat Ende September eine Verfügung gegen die UEFA erlassen und damit den entsprechenden Betrag eingefordert, wie Maya Weber, Sprecherin der bernischen Steuerverwaltung, am Montag einen Bericht der «SonntagsZeitung» bestätigte.

Konkret geht aus Sicht des Kantons Bern um Prämien, welche die UEFA nach den Spielen des FC Thun gegen Ajax Amsterdam und Arsenal London im Berner Stade de Suisse an die Spieler auszahlte. Laut Gesetz muss das von den ausländischen Fussballern in der Schweiz erwirtschaftete Einkommen mit bis zu einem Drittel versteuert werden.

Rekurs wahrscheinlich

Bei der UEFA prüfen zur Zeit die Juristen den Entscheid der Steuerbehörden. Ein Rekurs sei wahrscheinlich, sagte auf Anfrage der Leiter der UEFA-Kommunikationsabteilung William Gaillard.

Die UEFA stellt sich auf dem Standpunkt, dass sie nicht die Spieler entlöhnt, sondern das Geld an die Klubs auszahlt. Überdies würden die Prämien nicht für einzelne Spiele, sondern für die ganze Champions League-Saison ausbezahlt, sagte Gaillard. Aus diesen Gründen sei die UEFA im Kanton Bern nicht steuerpflichtig.

Mögliches Präjudiz für EURO 08

Der Ausgang des Streits könnte zum Präjudiz werden für die Fussball-Europameisterschaft 2008 in der Schweiz und Österreich. Die nationalen Fussballverbände SFV (Schweiz) und ÖFB (Österreich) hatten der UEFA für die EURO 08 prinzipiell Steuerfreiheit in Ausicht gestellt. Aus Sicht des Bundes ist die Quellensteuer aber geschuldet.

Gespräche zwischen der Eidgenössischen Steuerverwaltung und der UEFA haben laut Gaillard bisher zu keiner Veränderung der Standpunkte geführt. Bei der Eidgenössischen Steuerverwaltung war am Montag keine Stellungnahme erhältlich.

(sda)

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