Basel-Stadt: Fussball-Weltpremieren am Flutlicht-Festival

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Basel-StadtFussball-Weltpremieren am Flutlicht-Festival

Fussball- und Kinofans aufgepasst: Im Januar findet erneut das Flutlicht-Festival statt. Gezeigt werden Filme rund um das runde Leder, darunter auch einige Premieren.

von
mak

Es sind klingende Namen, die am diesjährigen Flutlicht-Filmfestival präsentiert werden. Zinedine Zidane, Eric Cantona oder George Best spielen tragende Rollen. Über 18 Filme werden vom 15. bis zum 17. Januar im Gare du Nord gezeigt. Alleine zehn davon drehen sich um den FC Basel. Die Filme haben das soziokulturelle Umfeld des Fussballs im Visier.

Neben den Filmvorführungen findet am Sonntag eine Lesung des Basler Journalisten Florian Raz statt, der aus seinem Buch «111 Gründe den FC Basel 1893 zu lieben» liest. Am Freitag gibt es ausserdem eine Afterparty.

Organisiert wird das Festival von Dieter Bopp, Philipp Grünenfelder und Markus Schwark. «Unsere Besucher sind hauptsächlich kulturaffine Menschen, die mit dem Fussball wenig zu tun haben», sagt Bopp. «Bei unserem Festival ist der Fussball das Mittel, um einen vertieften Einblick in soziale Themen zu geben.»

Fotografen auf dem Spielfeld

Das Flutlicht-Festival schmückt sich im 2016 mit zwei filmischen Weltpremieren. So etwa mit dem argentinischen Film «El hijo de dios» (Der Sohn Gottes). Der Film spielt in seiner Geschichte auf das neue Testament an. Dabei kann Jesus als Spieler ein verloren geglaubtes Spiel noch wenden.

«Highlight ist aber die Premiere der FCB-Filme», sagt Bopp. Der Basler Historiker Claudio Miozzari hat zusammen mit Saro Pepe, Leiter des FC Zürich-Museums, zehn filmische Zeitdokumente des FC Basel zusammengetragen. «Wir haben Filmmaterial aus privaten Archiven und alten Fernsehsendungen bis in die 90er», sagt Miozzari. «Beim Spiel zwischen Berlin und Basel im Jahr 1921 etwa sieht man Fotografen, die das Spielfeld betreten – und ein Publikum, das sich kaum bewegt.»

Schweizer Premieren

Unter den insgesamt vier Filmen, die zum ersten Mal in der Schweiz gezeigt werden, ist auch «Foot et immigration, 100 ans d'histoire commune» von Eric Cantona. Der Film zeichnet die Geschichte der französischen Immigration im Fussball nach. Dies etwa anhand von Spielern wie Weltmeister Zinedine Zidane oder Eric Cantona selbst. «Gerne hätten wir Cantona persönlich nach Basel eingeladen, das wäre aber zu teuer gekommen», sagt Bopp.

Ein Fussballspiel der besonderen Art bietet der Film «Fussball wie noch nie» aus dem Jahr 1971. Die nordirische Fussball-Legende George Best wird beim 2:0-Sieg von ManU gegen Coventry während 90 Minuten von einer Kamera begleitet.

Ungewisse Zukunft

Das Festival war in den letzten beiden Jahren ein Erfolg. Für die Durchführung sind die Veranstalter aber auf externe Hilfe angewiesen. Für die kommenden Ausgaben fehlt den Veranstaltern die Christoph Merian Stiftung als wichtigster Sponsor. «Wenn wir keine Gönner finden, die uns die Basis von etwa 5000 Franken garantieren, wird es schwierig, das Festival in Zukunft durchzuführen», sagt Bopp.

Die Crowdfunding-Aktion, die die Orgnaisatoren jedes Jahr ins Leben rufen, war ein voller Erfolg. Die 3000 Franken, die die Oragisatoren sammeln wollten, waren drei Wochen vor Festivalstart bereits übertroffen. «Alleine über Crowdfunding können wir uns aber nicht finanzieren», so Bopp. Er hält fest, dass Flutlicht das einzige Fussball-Filmfestival in der Schweiz sei und hofft auf eine Fortsetzung. «Mittlerweile werden wir sogar vom Berliner Festival 11 Millimeter für gemeinsame Projekte angefragt. Ausserdem haben wir noch viele Fussball-Filme, die wir dem Basler Publikum zeigen möchten.»

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