Nadal nörgelt: «Fussballer spielen auch nicht auf Beton»
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Nadal nörgelt«Fussballer spielen auch nicht auf Beton»

Rafael Nadal wirft der ATP vor, dass sie sich nicht um die Gesundheit der Spieler kümmert. Das Tennis sei momentan zu aggressiv und die Hartplätze zu hart, um von Verletzungen verschont zu bleiben.

von
pre

Mehr als sieben Monate musste Rafael Nadal wegen einer neuerlichen Knieverletzung pausieren. Erst in der letzten Woche ist der 26-jährige Mallorquiner wieder auf die Tour zurückgekehrt. Bei seinem Comeback beim Sandplatz-Turnier von Viña del Mar erreichte er zwar den Final, verlor dort aber gegen die argentinische Weltnummer 77 Horacio Zeballos in drei Sätzen.

Nadal war durchaus zufrieden mit seinen Auftritten beim Comeback. Doch ganz der Alte war der Spanier noch nicht. Das verletzte Knie bereitet ihm noch immer Probleme. «Es gibt Tage, an denen das Knie sich besser anfühlt, an anderen schlechter. Das beeinflusst meine Leistung», so der 11-fache Grand-Slam-Sieger. «Ich glaube aber nicht, dass ich mit den Grossen der Welt in diesem Jahr schon wieder mithalten kann.»

Nichts für Knie, Knöchel und Rücken

Eine Mitschuld für die Misere gibt Nadal auch der ATP. Der Verband der Profispieler im Herrentennis mache sich zu wenig Gedanken über die Gesundheit der Profis. «Die ATP muss darüber nachdenken, wie man die Gesundheit der Spieler langfristig verbessern kann», sagt der Spanier vor seinem nächsten Turnier im brasilianischen São Paulo.

Für zukünftige Generationen wäre es gut, ein «weniger aggressives Tennis» salonfähig zu machen, glaubt Nadal: «Nicht nur wegen dem, was während der Karriere passiert, sondern auch wegen dem, was nach der Karriere passiert. Wie es dem Körper geht, wenn die Tennis-Karriere vorbei ist.»

Der Sandplatz-Spezialist hält es für unmöglich, später noch als Freizeitsportler aktiv zu sein. «Die Hartplätze dieser Welt sind zu hart für die Knie, den Rücken und die Knöchel eines Athleten.» Es sei fast unmöglich, von Verletzungen verschont zu bleiben. «Fussballer spielen ja auch nicht auf Beton», argumentiert der Spanier.

Neue Zeitregel ärgert Nadal

Auch die neue Zeitregel passt Nadal gar nicht in den Kram. Dass die 20-Sekunden-Limite zwischen den Ballwechseln strikt eingehalten werden muss, ist für ihn unsinnig. «Regeländerungen sollten den Sport weiterbringen», argumentiert die Weltnummer 5 und fordert eine offenere Handhabung.

«Die Zuschauer wollen lange und hart umkämpfte Ballwechsel sehen. Darum sind sogar 25 Sekunden Pause manchmal nicht genug. Der Schiedsrichter sollte nach eigenem Ermessen abwägen können.» Der Spanier ist bekannt dafür, dass er sich zwischen den Ballwechseln extrem viel Zeit lässt. Damit verärgerte er auch schon Roger Federer, der im Gegensatz zu Nadal kein Problem mit der neuen Regelung hat.

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