Aktualisiert 24.02.2020 12:28

In einer StoryFussballer zeigt nackten Kollegen auf Instagram

In einer Instagram-Story des St. Galler Fussballers Ermedin Demirovic tauchte ein nackter Teamkollege auf. Ein No-Go sagen Experten. Der Verein will den Ball flach halten.

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mig
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Dieses Bild postete der St. Galler Fussballer Ermedin Demirovic auf Instagram. 20 Minuten hat es verpixelt.

Dieses Bild postete der St. Galler Fussballer Ermedin Demirovic auf Instagram. 20 Minuten hat es verpixelt.

Leser-Reporter
Auf dem Bild ist im Hintergrund ein nackter Mitspieler zu sehen.

Auf dem Bild ist im Hintergrund ein nackter Mitspieler zu sehen.

Leser-Reporter
Daniel Last, Mediensprecher vom FCSG sagt: «Das Bild ist sicher nicht ganz glücklich. Wahrscheinlich hat Demirovic im ersten Moment gar nicht gesehen, dass der eine Kollege nackt war.»

Daniel Last, Mediensprecher vom FCSG sagt: «Das Bild ist sicher nicht ganz glücklich. Wahrscheinlich hat Demirovic im ersten Moment gar nicht gesehen, dass der eine Kollege nackt war.»

Keystone/Gian Ehrenzeller

Als ein Fan des FC St. Gallen kürzlich auf Instagram war, konnte er sich ein Schmunzeln nicht verkneifen. In einer Story des St. Galler Stürmers Ermedin Demirovic aus der Mannschaftsgarderobe tauchte ein nackter Mann auf. Der Fan sagt dazu: «Ich fand das Foto lustig. Alle sind am Lachen. Man sollte das Foto mit Humor nehmen.» Kurze Zeit später sei das Bild wieder gelöscht worden.

Der nackte Mann ist ein junger Teamkollege von Demirovic. Ebenfalls auf dem Bild sind die beiden Spieler Axel Bakayoko und Lukas Görtler. Daniel Last, Mediensprecher des FCSG sagt: «Das Bild ist sicher nicht ganz glücklich. Wahrscheinlich hat Demirovic im ersten Moment gar nicht gesehen, dass der eine Kollege nackt war.» Er selbst habe nichts vom Bild gewusst bis am Sonntagmorgen, so Last. Es sei aber um Görtler im Vordergrund gegangen und nicht um den Nackten.

Für Experte ein No-Go

Folgen hat das kurzzeitige Veröffentlichen des Bildes für Demirovic keine. «Es ist in unseren Augen nicht sexistisch oder rassistisch. Aber wir werden mit den Spielern sicher das Gespräch suchen und sie sensibilisieren», meint Last. Solche Garderoben-Storys seien heutzutage Usus, sollten aber sicher nicht zur Gewohnheit werden. Für ihre Spieler würden auf Instagram die selbne Regeln gelten, wie für alle anderen Menschen. Spezielle interne Regeln gebe es nicht.

Für den Social-Media-Experten Andreas Kronenberg ist das Bild ein No-Go. Er sagt: «Solche Sachen dürfen nicht aus der Kabine gelangen. Das ist ein gefundenes Fressen für die Öffentlichkeit.» Dass so ein Bild von einem Spieler unzensiert in die Öffentlichkeit komme, habe er noch nie erlebt. Für den betroffenen Spieler sei das peinlich.

Kronenberg meint, der Verein müsse nun handeln und die internen Regeln überarbeiten. «Sonst kann so etwas wieder passieren und das wäre sehr schlecht», sagt Kronenberg von der Social-Media-Full-Service-Agentur ML Marketing. Er empfiehlt etwa, dass ab sofort jedes Bild aus der Kabine vom Verein zuerst abgesegnet werden muss. So könnte der Verein vor der Veröffentlichung intervenieren. Oder aber der FCSG verbiete es komplett, Bilder aus der Garderobe zu veröffentlichen.

Bewusstsein bei Spielern steigern

Der Sportpsychologe Alain Meyer sagt: «Bereits vor der Saison sollten klare Regeln festgelegt werden. Gerade im Umgang mit den sozialen Medien.» Social Media sei heutzutage bei vielen Spielern nicht mehr aus dem Alltag wegzudenken. Er appelliere jeweils an die Selbstverantwortung. Die Profis müssten sich bewusst sein, was sie in welcher Situation posten, sei es privat oder als Sportler.

Auf das Bild angesprochen sagt Meyer: «Durch dieses Bild passiert ganz sicher etwas mit betroffenen Spieler, der nackt zu sehen war. Was die Folgen sind, kann ich aus der Ferne nicht abschätzen.» Aber was klar sei: Das müsse aufgearbeitet werden. Inwiefern das Mannschaftsgefüge durch so eine Sache leide, sei von vielen Faktoren abhängig. Schlussendlich sei die Frage: «Wo wollen wir als Team alle zusammen hin?»

Die betroffenen Spieler waren am Sonntag für 20 Minuten nicht erreichbar.

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