Ägypten: Fussballfans droht die Todesstrafe
Aktualisiert

ÄgyptenFussballfans droht die Todesstrafe

Nach den schweren Fussball-Krawallen vor drei Jahren in Ägypten hat ein Gericht in Kairo die Todesstrafe gegen elf Hooligans aufrechterhalten.

Schwere Krawalle in Ägypten: Die Ausschreitungen im Februar 2012 forderten insgesamt 73 Todesopfer. (1. Februar 2012)

Schwere Krawalle in Ägypten: Die Ausschreitungen im Februar 2012 forderten insgesamt 73 Todesopfer. (1. Februar 2012)

Das Gericht bestätigte heute die Urteile vom April gegen elf Supporter des Vereins Al-Masri aus Port Said, nachdem der ägyptische Grossmufti – der islamische Rechtsgelehrte – konsultiert worden war. Einer der zum Tode Verurteilten ist auf der Flucht.

Verurteilt wurden in dem neu aufgerollten Verfahren ausserdem zwei Polizisten, darunter der ehemalige Polizeichef von Port Said, sowie zwei Mitarbeiter des Al-Masri-Vereins. Sie alle müssen für fünf Jahre in Haft. 40 Angeklagte der insgesamt 72 Angeklagten erhielten Haftstrafen zwischen einem und 15 Jahren. 21 Angeklagte wurden freigesprochen. Auch gegen das heutige Urteil kann noch Berufung eingelegt werden.

74 Tote bei den Krawallen vor drei Jahren

Im Februar 2012 waren nach einem Spiel in Port Said zwischen dem örtlichen Club Al-Masri und dem Kairoer Verein Al-Ahli Krawalle ausgebrochen, bei denen 74 Menschen starben und hunderte weitere verletzt wurden. Bei späteren Unruhen im Zusammenhang mit den Krawallen wurden dutzende weitere Menschen getötet.

Wegen der Beteiligung an den blutigen Fankrawallen waren zunächst 73 Menschen verurteilt worden, davon 21 zum Tode. Im Februar 2014 hob ein Berufungsgericht die Urteile jedoch auf und ordnete einen neuen Prozess an. Ein Kairoer Gericht verhängte im April die elf Todesurteile, die nun bestätigt wurden.

Das ägyptische Aussenministerium kritisierte derweil einen Bericht der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW), in welchem dem ägyptischen Präsidenten Abdel Fattah al-Sisi schwere Menschenrechtsverletzungen während seines ersten Amtsjahres vorgeworfen wurden. Der Bericht sei «politisch motiviert» und halte sich nicht an «Objektivitätsregeln», hiess es. Der Organisation warf das Ministerium die Verbreitung von «Lügen» vor. Menschenrechtsgruppen werfen al-Sisi vor, ein noch repressiveres System errichtet zu haben als der langjährige Präsident Hosni Mubarak, der während des Arabischen Frühlings 2011 gestürzt wurde. (afp)

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