Ribéry und Co.: Fussballprofis und ihre Prostituierten
Aktualisiert

Ribéry und Co.Fussballprofis und ihre Prostituierten

Immer wieder stolpern Profikicker über Sexskandale in die Schlagzeilen. Und nicht selten sind ihre Gespielinnen gekauft. Manche Stories wurden ihnen aber auch in die Stollenschuhe geschoben.

von
Patrick Toggweiler

Für die meisten Fussballprofis gilt: Sie sind jung, prominent, athletisch, gut verdienend und vor allem: voll im Saft. Diese vielen Vorzeigeattribute müssen tüchtig gefeiert werden. Frauen dürfen dabei nicht fehlen. Und sind keine Ehefrauen, Freundinnen, Groupies oder andere Bekannte zur Hand, tun es auch Prostituierte. Das zeigt der jüngste Sexskandal um die französische Nationalmannschaft, doch es gibt auch Beispiele aus der Vergangenheit.

C. Ronaldo – kein Kind von Traurigkeit

Zum ersten Saisonsieg von Manchester United gönnte sich Cristiano Ronaldo 2007 ein Bad im heimischen Whirlpool. Zusammen mit den Mannschaftskollegen Nani und Anderson – aber auch mit fünf Prostituierten. Eine der Damen, Tyese Cunningham, beklagte sich danach darüber, kein Trinkgeld erhalten zu haben. Auch sonst schien nicht alles rund gelaufen zu sein: «Sie haben dafür gesorgt, dass ich mich billig fühlte. Ich habe mit über 200 Klienten geschlafen, bin aber noch nie mit so wenig Respekt behandelt worden. Sie haben nicht über Gefühle nachgedacht, nur unsere Körper in die richtigen Positionen geschoben.»

Nach vier Stunden sollen die Fussballstars genug gehabt haben. Genug hatte auch die Vermittlungsagentur. Aussagen gegenüber den Medien werden in einem Metier, in dem Indiskretionen verkaufshemmend wirken, als Vertragsbruch ausgelegt - und darauf steht Entlassung.

Später machte der Portugiese Schlagzeilen, weil er eine Liaison mit der brasilianischen Prostituierten Fernanda eingegangen sein soll. Für Geld habe man bei ihr neben Liebe auch Koks erhalten, berichteten englische Medien.

Ronaldo und die Transvestiten

Obwohl so erzählt, gab es keinen Sex und auch keine Drogen, als Ronaldo – diesmal die brasilianische Variante – die Transvestiten Andreia, Albertine und Carla auf ein Stundenhotel mitnahm. Dort bemerkte der Fussballspieler seinen «Irrtum» und brach die Übung ab. Um doch noch zu etwas Geld zu kommen, dachten sich die drei eine Geschichte mit Drogenkauf und nicht bezahlten Liebesdiensten aus. Ronaldo selber stellte sich den Kameras von «TV Globo» und befand: «Es ist, als ob ein Orkan mein Haus niedergerissen hätte.»

FC-Barcelona-Gate

Im Januar 2002 flog beim FC Barcelona – damals lief es den Katalanen überhaupt nicht – ein angeblicher Sexskandal auf. Patrick Kluivert, Phillip Cocu sowie Gabri, Dani und Gerard sollen im Mannschaftshotel eine Sexparty gefeiert haben, berichteten das Internetportal «Micanoa.com» und der Fernsehsender «TeleMadrid». Beweisen konnten die beiden Medien ihre Aussagen nie - was sie schliesslich je 300 000 Euro Schadensersatz wegen Rufschädigung kostete.

Bauchtanz bei Fenerbahce

Gleich mehrere Sexorgien wurden Ende 2009 Fabio Bilica, Colin Kazim-Richards, Vederson und Santos von Fenerbahce Istanbul vorgeworfen. Trainer Daum höchst persönlich soll laut der «Bild» Detektiv gespielt und sich beim Hotelpersonal erkundigt haben. Wahrend in den 1500 Euro teuren Suiten Parties stiegen, fiel Fenerbahce nach drei Niederlagen in Serie in der Tabelle nach unten. Von den Spielern trennte man sich noch im Winter. Fabio Bilinca hat bis heute keinen neuen Club gefunden. Für Kazim-Richards (auch unter Kazim Kazim bekannt) kam es noch dicker: Als er wenige Tage später ins Training fuhr, zu schnell und nicht angegurtet, verunfallte das türkische Talent und brach sich das Handgelenk.

Das Phänomen Sexskandal ist nichts Neues. Während den Weltmeisterschaften 1974 berichtete die «Bild» von einer angeblichen Oranje-Orgie der undisziplinierten Holländer (Cruyff soll eine Schachtel Zigaretten am Tag geraucht haben) nach dem Sieg gegen die DDR. Und Ribéry wird nicht der letzte Fussballer sein, der sich mit einer Prostituierten trifft. Dafür sind die Halbgötter auf dem Fussballplatz zu sehr Mensch.

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