Zürcher Kantonsrat: Fussgänger sollen mehr Platz erhalten

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Zürcher KantonsratFussgänger sollen mehr Platz erhalten

Fussgängerinnen und Fussgänger sollen in Zürcher Städten mehr Platz erhalten. Der Zürcher Kantonsrat hat mit 89 zu 79 Stimmen ein Postulat von CVP und SP überwiesen, das von der Regierung eine Schwachstellenanalyse verlangt.

Diese soll aufzeigen, wo der Fussverkehr in den grössten Knoten des öffentlichen Verkehrs verbessert werden kann. Ziel der Postulanten ist es, mehr Raum, Komfort und Sicherheit für Fussgänger zu schaffen. Auch müsse das Umsteigen von einem Verkehrsmittel auf ein anderes ohne «Fussgängerstaus» möglich sein.

Volkswirtschaftsdirektorin Rita Fuhrer (SVP) war zur Entgegennahme des Vorstosses bereit. Die geforderte Schwachstellenanalyse müsse der Regierungsrat so oder so vornehmen. Auch wenn laut Fuhrer bereits einige Verbesserungen an Haltestellen realisiert wurden, kommt man nicht darum herum, sich weitergehende Überlegungen zu den zunehmenden Fussgängerströmen zu machen.

Gefährliche Fussgängerströme

«Wir wollen mit dem Vorstoss nicht den Öffentlichen Verkehr gegen den Fussverkehr ausspielen», betonte Willy Germann (CVP, Winterthur). Man müsse aber mit dem öffentlichen Raum zukünftig anders umgehen. Die Fussgängerströme an Knotenpunkten seien sehr dicht und oftmals auch gefährlich geworden.

Von Sicherheitsproblemen sprach auch Sabine Ziegler (SP, Zürich). Es gebe verschiedene Bahnhöfe im Kanton, die an ihre Kapazitätsgrenzen gestossen seien. Ihrer Meinung nach ist das Postulat eine logische Folge des Verkehrsrichtplanes, der von einer stetigen Zunahme des Fussverkehrs ausgeht.

Auch die restlichen Parteien - mit Ausnahme von SVP und FDP - unterstützten den Vorstoss. Die Postulanten hätten «ein echtes Problem» thematisiert, räumte etwa Lisette Müller-Jaag (EVP, Knonau) ein. Und Martin Geilinger (Grüne, Winterthur) diagnostizierte ein typisches «Schnittstellenproblem», für das sich weder Verkehrsunternehmen noch der Staat verantwortlich fühlten.

Ganz andere Töne schlug Luzius Rüegg (SVP, Zürich) an. Die selbsternannten Verkehrsexperten sollten die Arbeit besser den Profis überlassen, sagte er an die Adresse der CVP und SP. Wenn deren Anliegen realisiert würde, könne der ohnehin dicht gedrängte Taktfahrplan gar nicht mehr umgesetzt werden.

Nach Meinung von Barbara Angelsberger (FDP, Urdorf) wäre es ohnehin an den Verkehrsunternehmen, den Fussgängern mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Auch dass es immer längere Züge mit immer mehr Pendlern gebe, sei kein Problem des Kantons, sondern der Zugunternehmen.

(sda)

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