Aktualisiert 21.04.2006 20:33

G7 beraten in Washington über Ölpreise

Thema des Treffens der G7-Finanzminister sind vor allem die Bedrohungen der Weltwirtschaft durch hohe Ölpreise und Handelsungleichgewichte.

Der britische Schatzkanzler Gordon Brown kündigte einen Apell an die Erdöl-produzierenden Länder (OPEC) an, mehr in neue Produktionsfelder und Raffineriekapazitäten zu investieren, berichtete die Wirtschaftsagentur Bloomberg.

«Wenn die OPEC am 1. Juni zusammenkommt, muss sie die Produktionsquoten anschauen und überlegen, wie die Ölförderung gefördert und die Raffineriekapazität erhöht werden können», sagte Brown.

Kurz vor dem Treffen hatte der Preis für das Barrel Öl in New York erstmals die historische Marke von 75 Dollar überschritten. Grundlage für die Beratungen war eine Analyse des Internationalen Währungsfonds (IWF), die vor ernsthaften Risiken der hohen Energiepreise für die globale Konjunktur warnt.

Die G-7-Vertreter wollten zum Abschluss ihres Treffens am Freitagabend (Ortszeit) in einer gemeinsamen Erklärung zu der Ölpreis-Rallye Stellung nehmen. Sie wollten das Thema zudem im Anschluss bei einem Abendessen mit Vertretern der Ölförderstaaten China, Russland, Saudi-Arabien und Vereinigte Arabische Emirate diskutieren.

Wachsende Handelsungleichgewichte

Die Minister wollen sich auch mit den wachsenden Handelsungleichgewichten befassen. Der Internationale Währungsfonds (IWF) warnt vor Risiken, wenn das hohe Leistungsbilanzdefizit in den USA einerseits und die hohen Währungsreserven in Asien nicht angepasst werden.

Der IWF hält zusammen mit der Weltbank an diesem Wochenende in Washington seine Frühjahrstagung ab. Dabei werden Risiken für die Weltwirtschaft, eine Reform des IWF und neue Initiativen zur Gewinnung alternativer Energien diskutiert.

Die G7 umfasst die sieben wichtigsten Industrieländer, die rund Zweidrittel der Weltwirtschaft ausmachen: die USA, Japan, Kanada, Deutschland, Frankreich, Grossbritannien und Italien.

(sda)

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