Aktualisiert

Treffen in MarseilleG7 bringen keine richtige Einigung zustande

Die wichtigsten Industrieländer (G7) sind grundsätzlich für eine Stärkung der globalen Wirtschaft. Richtige Anstrengungen zur Belebung der Wirtschaft sehen aber anders aus.

Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble (rechts) lehnte Konjunkturprogramme auf Pump erneut ab.

Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble (rechts) lehnte Konjunkturprogramme auf Pump erneut ab.

Die G7-Finanzminister und Notenbankchefs verständigten sich am Freitag in Marseille bei ihrem Treffen darauf, «starke Anstrengungen zu unternehmen, um Finanzstabilität zu erhalten, Vertrauen wiederherzustellen und Wachstum zu unterstützen».

In der am späten Abend vom französischen Finanzminister François Baroin verlesenen Erklärung heisst es: «Es gibt nun klare Anzeichen für eine weltweite Verlangsamung des Wachstums. Wir sind entschlossen, dieser Herausforderung eine starke und koordinierte internationalen Antwort entgegenzusetzen.»

Bedingen der Länder berücksichtigen

Bei den entsprechenden Massnahmen sollen aber die jeweiligen Bedingungen in den einzelnen Ländern berücksichtigt werden. Angesichts der schwächelnden Konjunktur gelte es, die Ziele der Haushaltssanierung mit denen einer wirtschaftlichen Wachstumsförderung unter einen Hut zu bringen, heisst es.

Die Geldpolitik werde Preisstabilität aufrechterhalten, die Zentralbanken stünden bereit, bei Bedarf die Liquidität der Banken abzusichern.

Mit der allgemein gefassten Formulierung wollen die G7-Länder USA, Japan, Deutschland, Frankreich, Grossbritannien, Italien und Kanada weiteren Streit über Massnahmen gegen den Wirtschaftsabschwung vermeiden.

«Offener Meinungsaustausch»

Vor allem die USA und der Internationale Währungsfonds (IWF) hatten entschiedenere Schritte gegen den Abschwung angemahnt. Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble lehnte Konjunkturprogramme auf Pump erneut ab.

«Das Wachstum der Weltwirtschaft hat sich ein Stück weit abgeschwächt», sagte Schäuble. Die gewisse Verlangsamung dürfe aber nicht dramatisiert werden. «Der Kurs der Defizitreduzierung muss fortgesetzt werden.»

Die zu hohen öffentlichen Defizite seien eine Hauptursache der Schwierigkeiten. Zum Disput innerhalb den G7 über die geeigneten Rezepte sagte er, es habe einen sehr offenen Meinungsaustausch gegeben. Dieser sei aber sehr wichtig. «Wir haben uns gut verstanden», betonte Schäuble.

Am Samstag stösst auch der russische Finanzminister zu der Runde, die dann im G8-Format weitertagt. Thema ist dann die Unterstützung der Demokratiebewegungen in Nordafrika und im Nahen Osten.

(sda)

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