Aktualisiert 08.05.2019 11:47

Pläne der ÖV-Branche

GA wird teurer, kein Studentenrabatt mehr

Ein internes Dokument zeigt, dass ÖV-Benutzer künftig mehr für ihr Abo bezahlen müssen. Das GA soll um satte zehn Prozent teurer werden.

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fss/ehs
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Das Generalabonnement soll ab Dezember 2021 um 10 Prozent teurer werden.

Das Generalabonnement soll ab Dezember 2021 um 10 Prozent teurer werden.

Keystone/Gaetan Bally
SBB-Konzernchef Andreas Meyer will allerdings, dass Vielfahrer mehr fürs GA bezahlen.

SBB-Konzernchef Andreas Meyer will allerdings, dass Vielfahrer mehr fürs GA bezahlen.

Keystone/Valentin Flauraud
Der SBB-Konzernchef sieht eine Preiserhöhung des GAV aber erst dann, wenn man «zwischen den Vielnutzern und den Wenignutzern» differenzieren könne.

Der SBB-Konzernchef sieht eine Preiserhöhung des GAV aber erst dann, wenn man «zwischen den Vielnutzern und den Wenignutzern» differenzieren könne.

Keystone/Gaetan Bally

Mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2021 soll das Generalabonnement (GA) um 10 Prozent teurer werden. Statt wie heute 3860 Franken würde dann ein Jahresabo 4250 Franken kosten. Dies zeigen interne Dokumente der Tariforganisation ch-direct. die dem «Beobachter» vorliegen.

Dazu soll die Möglichkeit, das GA während maximal 30 Tagen zu hinterlegen, gestrichen werden. Auch die Abschaffung der beliebten Gemeindekarten steht zur Diskussion.

Noch kein definitiver Entscheid

Bereits im Dezember soll das Junioren-GA für Studierende abgeschaft werden. Dies betrifft rund 26'000 Menschen. Sie müssten statt 2650 Franken, knapp 3860 Franken hinblättern.

Bei der Organisation ch-direct, betont man, dass bislang keine definitive Entscheidungen gefallen sind. Mittel bis langfristig, ist es allerdings «denkbar, das Preisgefüge anzupassen». Die Organisation besteht seit drei Jahren und koordiniert als Geschäftsstelle die Belange des nationalen Tarifverbundes «Direkter Verkehr Schweiz».

GA-Preis ist umstritten

Der Preis des GA ist umstritten. Eine Studie des ÖV-Informationsdienst Litra kam vor drei Jahren zum Schluss, dass das GA für Pendler mit einem Arbeitsweg von mehr als 100 Kilometern pro Tag die günstigste Variante darstellt. Gemäss Zahlen des Bundesamt für Statistik gehörten im Jahr 2016 etwa 74'000 öV-Nutzer zu dieser Gruppe. Würden sie alle ein GA besitzen, entspräche das 16 Prozent der GAs.

Am höchsten ist der GA-Besitz in der Gruppe der 16- bis 24-Jährigen, von denen 20,1 Prozent ein solches besitzen. Das GA dient aber auch als eine Art Kostenbremse und wird deshalb gerade von Verkehrsverbunden kritisiert. «Der Preis des GA ist der höchste, den wir für Pauschal-Angebote verlangen können, sonst wechseln die Leute», sagte Martín Osuna, Geschäftsführer des Tarifverbunds A-Welle, vor drei Jahren der «Schweiz am Sonntag». Er plädiere für ein System, bei dem Fahrten automatisch abgerechnet würden. Das GA könne erhalten bleiben, «würde aber deutlich teurer», sagte er damals.

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