Aktualisiert 30.08.2010 19:07

Staatsbesuch in ItalienGaddafi bekehrt Models

Mit grossem Tamtam ist Muammar Gaddafi in Italien eingetroffen. Der libysche Staatschef hat hunderte Models in Sachen Islam aufgeklärt. Drei konvertierten an Ort und Stelle.

Standesgemäss traf der libysche Revolutionsführer Muammar Gaddafi am Sonntag in Italien ein. Zum Auftakt seines Besuchs in Italien hat der libysche Staatschef Muammar al Gaddafi mehreren hundert jungen Frauen eine Lektion über den Islam erteilt.

Teilnehmerinnen erzählten, im Anschluss habe Gaddafi Korane verteilt. Zumindest drei Frauen konnte der Staatschef offenbar überzeugen: Sie konvertierten den Angaben zufolge an Ort und Stelle zum Islam. Eine Model-Agentur hatte zwischen 200 und 500 Frauen rekrutiert, die eine nicht genannte Summe für die Teilnahme erhielten.

Mit Bussen wurden die Frauen zur Residenz des libyschen Botschafters in Rom gebracht, wo Gaddafi kurz nach seiner Ankunft seine Ansprache hielt. Bei seinem letzten Besuch in Italien hatte Gaddafi bei einer ähnlichen Veranstaltung vor 200 Models über Religion gesprochen und auch sie zum Übertritt ermutigt. Damals erhielten die Damen 50 Euro Gage.

Zum Gefolge des libyschen Staatschefs gehörten 30 Pferde, die am Montag gemeinsam mit einer Reiterstaffel der Carabinieri eine Parade abhalten sollten.

Freundschaftsvertrag feiern

Es ist bereits Gaddafis vierte Reise zu der früheren Kolonialmacht binnen kurzer Zeit. Mit seinem Besuch wollte Gaddafi den zweiten Jahrestag der Unterzeichnung des Freundschaftsvertrags feiern, in dem Italien dem südlichen Nachbarn eine Entschädigung von fünf Milliarden Dollar für die 30 Jahre währende Besatzungszeit zuerkannt hat.

Gaddafi hatte Italien erstmals im Juni 2009 besucht und dabei den Beginn einer neuen Ära zwischen beiden Ländern ausgerufen. Die libysch-italienischen Beziehungen haben sich in jüngster Zeit stetig verbessert. Besonders eng sind die Verflechtungen in der Wirtschaft, und hier vor allem im Energiesektor. (dapd)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.