Ehemaliger NATO-General: Gaddafi «dringend gebraucht»
Aktualisiert

Ehemaliger NATO-GeneralGaddafi «dringend gebraucht»

Der Westen solle Verhandlungen mit dem libyschen Diktator Gaddafi führen, sagt der ehemalige NATO-Befehlshaber für den Balkan. Die Staatsmänner hätten bisher oft unbedacht geredet.

In der Diskussion um die weitere Strategie des Militäreinsatzes in Libyen hat der ehemalige NATO-General und Oberbefehlshaber der KFOR-Truppen auf dem Balkan, Klaus Reinhardt, für Waffenstillstandsverhandlungen plädiert. Man müsse endlich davon absehen zu fragen, welche militärischen Mittel man noch einsetzen wolle, um den Krieg in Libyen zu beenden, sagte Reinhardt am Donnerstag im Deutschlandradio Kultur.

Auch nach vier Wochen Krieg denke Gaddafi nicht ans Einlenken. Nun sei es dringend erforderlich, alles daran zu setzen, zu einem Waffenstillstand zu kommen. Nur das helfe der Bevölkerung, sagte Reinhardt. «Man darf nicht nur auf die Rebellen hören, sondern man muss nun dazu übergehen, dass endlich dieser Krieg dort beendet wird.»

Reinhardt kritisierte, dass «die westlichen Staatsmänner alle gesagt haben, wir wollen Gaddafi weghaben». Gaddafi werde aber dringend gebraucht, um Friedensverhandlungen einzuleiten.

NATO hatte mit Milosevic verhandelt

Der ehemalige Oberbefehlshaber der NATO-Truppen im Kosovo zog Parallelen zum Balkan-Krieg, wo es nach den Luftangriffen auf Serbien zu Waffenstillstandsverhandlungen gekommen war. «Da war Milosevic dabei, der der grosse Verbrecher war.» Auch bei den Friedensverhandlungen in Paris sei Milosevic beteiligt gewesen. «Da hat man sich nicht gescheut, mit der Gegenseite zu verhandeln», erklärte Reinhardt. «Man braucht die Gegenseite», sagte er. (dapd)

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