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Genugtuung gefordertGaddafi klagt gegen Schweizer Zeitung

Die Veröffentlichung von Fotos des verhafteten Hannibal Gaddafi sorgt noch immer für Ärger. Der Sohn des libyschen Staatschefs fordert von der «Tribune de Genève» wegen der Publikation eine ganze Stange Geld.

von
ast

«Hannibal Gaddafi hat sich entschlossen, in Genf gegen die Verletzung seiner Persönlichkeitsrechte eine Klage einzureichen», sagte ein libyscher Diplomat laut der «NZZ am Sonntag» diese Woche in Genf. Nicht weniger als 100 000 Franken will der Gaddafi-Sohn als Genugtuung.

«Leere Versprechungen der Schweiz»

Die Fotos, die den in Genf verhafteten Hannibal Gaddafi zeigen, wurden von der Westschweizer Zeitung «Tribune de Genève» am 4. September veröffentlicht. Die Zeitung begründete die Publikation mit dem Hinweis, die Bilder würden das Gefühl der Entehrung Hannibals dokumentieren.

Die Genfer Staatsanwaltschaft hat nach der Publikation der Bilder umgehend ein Verfahren wegen Amtsgeheimnisverletzung eingeleitet. Doch auf die Ergebnisse dieser Untersuchung mag der Gaddafi-Sohn offenbar nicht warten. Das Schweizer Verfahren sei «bloss eines der vielen leeren Versprechen der Schweiz», so der Diplomat gegenüber der «NZZ am Sonntag».

Farce bald zu Ende?

Am kommenden Dienstag soll den beiden Schweizer Staatsbürgern, die in Libyen festgehalten werden, der Prozess wegen illegaler wirtschaftlicher Aktivitäten gemacht werden. Erst am Samstag hat die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) festgehalten, dass es sich dabei um eine «offensichtliche Vergeltungsmassnahme für die vorübergehende Festnahme von Hannibal Gaddafi und dessen Ehefrau in Genf handle.

HRW fordere die sofortige Freilassung der beiden Schweizer, ergänzte die Libyen-Expertin der Organisation, Heba Morayef, in einem Interview der «SonntagsZeitung». Es gehe nicht an, dass die Männer für einen Konflikt zwischen zwei Staaten bestraft würden. Morayef glaubt, dass auch Muammar al Gaddafis Sohn Saif die Affäre beenden will.

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