Tauschgeschäft: Gaddafi lässt israelischen Fotografen gehen
Aktualisiert

TauschgeschäftGaddafi lässt israelischen Fotografen gehen

Ein israelischer Fotograf ist am Montag nach fünfmonatiger Haft in Libyen wieder nach Hause zurückgekehrt. Im Gegenzug werden libysche Hüser nach Gaza gelassen.

Rafael Rafram Chaddad mit dem israelischen Aussenminister Avigdor Lieberman.

Rafael Rafram Chaddad mit dem israelischen Aussenminister Avigdor Lieberman.

Rafael Rafram Chaddad, der neben der israelischen auch die tunesische Staatsangehörigkeit besitzt, war im März in Libyen verschwunden. Dort hatte er jüdische Kulturdenkmäler im Auftrag einer Organisation fotografiert, die die Geschichte der einstigen jüdischen Gemeinschaft in dem Land dokumentiert.

Für seine Freilassung soll Israel dem Transport von 20 Fertighäusern in den Gaza-Streifen zugestimmt haben. Die Häuser hatte eine libysche Wohltätigkeitsorganisation im Juli verschifft, um die israelische Blockade des Gaza-Streifens auf dem Seeweg zu durchbrechen. Israel hatte das Schiff in einen ägyptischen Hafen umgeleitet. Nun sollen die Häuser über Land an ihren Bestimmungsort gebracht werden, hiess es von israelischer Seite.

Chaddads letztes Lebenszeichen war eine E-Mail gewesen, in der er geschrieben hatte, dass er in die libysche Hauptstadt Tripolis reisen würde. Von dort wollte er einen Flug nach Tunesien nehmen, kam aber nie an.

Sein Aufenthaltsort war bis Sonntag geheim gehalten worden, dann teilten die israelischen Streitkräfte mit, dass der Fotograf in Freiheit und auf dem Wiener Flughafen gelandet sei. In Österreich soll sich ein jüdischer Geschäftsmann um seine Freilassung verdient gemacht haben, mit dessen Privatjet Chaddad in Libyen abgeholt worden sei, erklärten die israelischen Behörden.

In Wien sei der Fotograf vom israelischen Aussenminister Avigdor Lieberman in Empfang genommen worden. Am Montag reiste er weiter nach Tel Aviv. (dapd)

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