Angriff überstanden: Gaddafi laut CIA noch am Leben

Aktualisiert

Angriff überstandenGaddafi laut CIA noch am Leben

Nato-Bomben haben am Samstag die Residenz Muammar Gaddafis in seiner Anwesenheit getroffen. Seither machen Gerüchte über seinen Tod die Runde.

Der libysche Staatschef Muammar al Gaddafi hat nach Einschätzung des US-Geheimdienstes CIA den Angriff auf das Anwesen seiner Familie am Samstag überlebt. CIA-Direktor Leon Panetta sagte dem amerikanischen Fernsehsender NBC, alle Informationen deuteten in diese Richtung. Gaddafi wurde seit dem NATO-Angriff, bei dem sein Sohn und drei Enkel ums Leben gekommen sein sollen, nicht mehr in der Öffentlichkeit gesehen. Stimmen wurden laut, auch Muammar Gaddafi sei bei dem Angriff getötet worden.

Die libyschen Behörden erklärten, Gaddafi habe sich in dem Gebäude aufgehalten, habe aber überlebt. Der stellvertretende libysche Aussenminister Chaled Kaim erklärte, der Staatschef habe sich am Dienstag mit örtlichen Stammesführern getroffen. Das Gebäude war bei dem Angriff teilweise zerstört worden.

Die libysche Hauptstadt Tripolis wurde am Mittwoch offenbar erneut Ziel von Angriffen gewesen. Im Abstand weniger Minuten waren Einschläge zu hören, anscheinend von Angriffen der NATO.

US-Marines in Tripolis

Vor dem Hauptquartier der libyschen Rebellen in der Stadt Bengasi explodierte unterdessen am Dienstagabend eine Autobombe. Es sei niemand verletzt worden, teilte General Abdel Fattah Junis mit, der Kommandeur der Rebellenstreitkräfte. In einem nahegelegenen Hochhaus gingen einige Scheiben zu Bruch. Ein Kameramann der Fernsehnachrichtenagentur APTN sah mindestens einen Verletzten, der offenbar durch Glassplitter verletzt worden war. Es sei der erste Anschlag mit einer Autobombe in Bengasi gewesen, sagte Junis.

US-Luftangriffe über Tripolis

Rücktrittsforderung zurückgewiesen

Die libysche Regierung wies eine türkische Rücktrittsforderung an Staatschef Muammar al Gaddafi zurück. Der stellvertretende Aussenminister Kaim erklärte, eine solche Entscheidung treffe nicht die Türkei, sondern das libysche Volk. Wer als Vermittler tätig sein wolle, dürfe nicht eine Seite gegen die andere unterstützen. Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan hatte Gaddafi am Dienstag zum sofortigen Rücktritt aufgefordert.

Gaddafis Soldaten misshandeln Journalisten

Gaddafi habe die Rufe nach Veränderung in Libyen ignoriert und stattdessen «Blut, Tränen und Druck auf sein eigenes Volk» gewählt, sagte Erdogan. Er müsse «einen historischen Schritt tun und sich zurückziehen, für die Zukunft, den Frieden und den Wohlstand Libyens». (dapd)

Gaddafi wendet sich ans Volk

Libysche Armee beschiesst Sintan

Die libysche Armee hat nach Angaben von Aufständischen die Stadt Sintan im Westen des Landes beschossen. Mindestens 40 Raketen seien am Dienstagabend dort eingeschlagen, sagten Sprecher der Rebellen am Mittwoch.

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