Aktualisiert 23.09.2011 23:34

Audio-BotschaftGaddafi laut Tochter bei guter Gesundheit

In einer neuen Audio-Botschaft behauptet Aischa Gaddafi, ihr Vater, der libysche Ex-Machthaber, sei gesund und kämpfe an der Seite seiner Anhänger gegen die Rebellen.

Der libysche Ex-Machthaber Muammar al Gaddafi ist nach Angaben seiner Tochter bei guter Gesundheit. Ihr Vater kämpfe an der Seite seiner Anhänger gegen die Revolutionstruppen, erklärte Aischa Gaddafi in einer am Freitag veröffentlichten Audiobotschaft.

In ihrer ersten Nachricht seit dem Fall der Hauptstadt Tripolis vor einem Monat bezeichnete sie die neuen Führer des Landes als Verräter und erklärte, einige von ihnen hätten dem Gaddafi-Regime angehört, bevor sie im Bürgerkrieg übergelaufen seien.

Die vierminütige Botschaft wurde von dem in Syrien ansässigen Fernsehsender Al-Rai ausgestrahlt, dem inzwischen wichtigsten Sprachrohr Gaddafis. Aischa Gaddafi war Ende August zusammen mit ihrer Mutter und zwei Brüdern nach Algerien geflohen. Der Aufenthaltsort ihres Vaters ist nach wie vor unbekannt.

Fässer mit Uran gefunden

Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) hat den Fund von Uran in Libyen bestätigt. «Wir können bestätigen, dass es an einem Standort nahe der zentrallybischen Stadt Sabha Fässer mit Yellow Cake (Roh-Uran) gibt», sagte die IAEA-Sprecherin Gill Tudor am Freitag.

Das unter der Regierung des untergetauchten früheren Machthabers Muammar al-Gaddafi dort gelagerte Material sei der IAEA seinerzeit gemeldet worden und werde untersucht, sobald sich die Lage in Libyen stabilisiert habe.

Der US-Fernsehsender CNN hatte am Donnerstag berichtet, Truppen der neuen libyschen Führung seien auf einem Militärstützpunkt bei der Wüstenstadt Sabha auf potenziell radioaktives Material gestossen.

Yellow Cake (gelber Kuchen) sind Uranverbindungen in Form von gelborangefarbenem, grobem Pulver. Es kann in weiterverarbeiteter Form für Atomkraftwerke und in höher angereicherter Form für den Bau von Atomwaffen verwendet werden.

(sda)

Revolutionstruppen planen Angriff auf Bani Walid

Die Revolutionstruppen in Libyen planen nach eigenen Angaben einen neuen Angriff auf eine Hochburg der Anhänger von Ex-Machthaber Muammar al Gaddafi. Eine Brigade werde versuchen, die Stadt Bani Walid südöstlich der Hauptstadt Tripolis von Süden her zu erobern, sagte der Sprecher der Einheit, Abdel-Salam Genuna, am Freitag der Nachrichtenagentur AP. Zuvor war ein Versuch gescheitert, von Norden her in die Stadt einzudringen. Dabei waren mehr als 30 Kämpfer der Revolutionsgarden getötet worden. Bani Walid liegt 140 Kilometer südöstlich von Tripolis und ist eine der letzten noch verbliebenen Bastionen der Gaddafi-Getreuen.

Kämpfer des libyschen Nationalen Übergangsrats sind derweil in Sirte, der Heimatstadt des gestürzten Machthabers Muammar al-Gaddafi, eingedrungen. Nach eigenen Angaben kontrollierten sie den östlichen Zugang zu der Küstenstadt 360 Kilometer östlich der Hauptstadt Tripolis. Ein Kommandant sagte, drei bis vier Brigaden seien in die Stadt eingedrungen, ohne auf Widerstand zu stossen.

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