UNO-Sanktion: Gaddafi nun auch in Russland unerwünscht
Aktualisiert

UNO-SanktionGaddafi nun auch in Russland unerwünscht

Russland hat seine Sanktionen gegen Libyen verschärft. Präsident Medwedew setzte mehrere Strafmassnahmen in Kraft, die der UNO-Sicherheitsrat bereits Mitte März beschlossen hatte.

Ein Bild, das so schnell nicht mehr zu sehen sein wird: Muammaer Gaddafi und Dmitri Medwedew (am 31. Oktober 2008 in Gorki).

Ein Bild, das so schnell nicht mehr zu sehen sein wird: Muammaer Gaddafi und Dmitri Medwedew (am 31. Oktober 2008 in Gorki).

Durch die Sanktionen werden Konten von Libyens Machthaber Muammar al-Gaddafi sowie von Mitgliedern seiner Familie und seiner Führungsriege gesperrt. Sie dürfen künftig auch nicht mehr nach Russland reisen. Für libysche Flugzeuge ist der russische Luftraum in Zukunft gesperrt. Warum Moskau die Sanktionen erst jetzt umsetzte, erklärte der Kreml nicht.

Im März hatte sich Russland im UNO-Sicherheitsrat bei der Abstimmung über den Militäreinsatz gegen Libyen enthalten. Obwohl Moskau durch den Verzicht auf ein Veto den Einsatz erst möglich machte, hat der Kreml seitdem die NATO-Luftangriffe in Libyen regelmässig kritisiert. Russland hält Kontakt sowohl zu Vertretern Gaddafis als auch zu den für seinen Sturz kämpfenden Rebellen. Im Februar hatte Russland bereits Waffenverkäufe an Libyen verboten.

Hafenstadt Brega nun in Rebellenhand

Unterdessen brachten die Rebellen nach eigenen Angaben die strategisch wichtige Hafenstadt Brega zum Teil unter ihre Kontrolle gebracht. Ein Sprecher der Aufständischen sagte am späten Donnerstagabend, sie hätten die Wohngebiete der Ölstadt eingenommen.

Die Einheiten von Gaddafi kontrollierten aber weiter westliche Teile der Stadt, in denen sich auch die Ölanlagen befänden. Die Wohngegend der Stadt befindet sich rund 15 Kilometer östlich vom Öl- Terminal und dem Hafen. Eine unabhängige Bestätigung für die Einnahme lag zunächst nicht vor.

Brega war über Monate in der Hand der Gaddafi-Einheiten. Sollten sich die Angaben bestätigen, wäre dies ein wichtiger Erfolg für die Aufständischen. Sollten sie auch die Öl-Infrastruktur unter ihre Kontrolle bringen, könnten sie mit den Einnahmen aus dem Ölexport ihren Kampf gegen die Streitkräfte des Machthabers leichter finanzieren. (sda)

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