Beleidigung: Gaddafi provoziert Eklat am Araber-Gipfel

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BeleidigungGaddafi provoziert Eklat am Araber-Gipfel

Nur einen kurzen Besuch am Gipfel der Arabischen Liga leistete sich Libyens Herrscher Muammar Gaddafi. Er benutzte das Treffen, um den saudischen König zu beleidigen - und reiste wieder ab.

Damit sorgte Gaddafi im Tagungsort Doha für einen Eklat. Er beschimpfte den saudischen König als «Produkt der Briten und Verbündeten der Amerikaner» und stürmte aus dem Saal. Gaddafi liegt schon seit Längerem im Streit mit König Abdullah. Der Emir von Katar versuchte zwar noch, Gaddafi zu beruhigen, der stand dann aber auf und ging hinaus.

Arabische Liga kooperiert nicht mit Internationalem Strafgerichtshof

Zum Auftakt des Gipfeltreffens hat UN-Generalsekretär Ban Ki Moon die Ausweisung von Hilfsorganisationen aus dem Sudan scharf verurteilt. «Hilfseinsätze sollten nicht politisiert werden», forderte Ban. «Menschen, die Hilfe brauchen, muss ungeachtet politischer Differenzen geholfen werden.» Frieden und Gerechtigkeit gehörten zu den Grundprinzipien der Vereinten Nationen. «Wir alle sind beiden verpflichtet.»

Die Rede von Ban zeigte dabei deutlich, wie gross die Meinungsverschiedenheiten über den Sudan und dessen Machthaber Präsident Omar al Baschir sind. Während er vom Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) wegen der Menschrechtsverletzungen in der sudanesischen Provinz Darfur mit internationalem Haftbefehl gesucht wird, wurde er im Emirat Doha mit allen Ehren von den Teilnehmern des Gipfels begrüsst.

Die Arabische Liga hat bereits erklärt, sie werde den Haftbefehl vom 4. März gegen al Baschir nicht umsetzen. Der Präsident hat seitdem innerhalb einer Woche unbehelligt Eritrea, Ägypten und Libyen besucht. Alle drei Staaten haben die Charta des IStGH nicht unterzeichnet und müssen daher gesuchte Personen bei der Einreise nicht verhaften. Als Reaktion auf den Haftbefehl hatte der Sudan die internationalen Hilfsorganisationen ausgewiesen. (dapd)

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