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Libyen-KriseGaddafi-Schiedsgericht sorgt für Spannungen

Die englische Regierung alles andere als begeistert, dass das Schiedsgericht, das die Verhaftung Hannibal Ghadhafis 2008 in Genf untersuchen soll, seinen Sitz in London nimmt. «Die Engländer sind etwas irritiert», so der Genfer Anwalt Charles Poncet, der in der Affäre Libyen vertritt.

von
mlu

Als Bundespräsident Hans-Rudolf Merz und der libysche Premierminister Baghdadis in ihrem Vertrag vom 20. August London als Sitz des Schiedsgerichts bestimmten, habe man «vergessen, bei den Engländern das Einverständnis dafür einzuholen», sagt Poncet gegenüber der «NZZ am Sonntag».

Die Engländer haben davon offenbar aus den Medien erfahren - und sind not amused: Die britische Botschaft in Bern bestätigt, man sei in dieser heiklen Angelegenheit in Kontakt mit den Schweizer Behörden. Sollte sich London weigern, dem Schiedsgericht Gastrecht zu gewähren, käme als Alternative Den Haag in Frage, wo der Internationale Gerichtshof seinen Sitz hat.

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