Aktualisiert 22.03.2011 12:08

Riesige ReservenGaddafi sitzt auf einem Berg von Gold

Muammar al-Gaddafi hat einen «langen Krieg» angekündigt. Finanziell kann er sich dies problemlos leisten: Er hat tonnenweise Gold und massenhaft Bargeld gehortet.

Mit der Zustimmung zur Flugverbotszone hat der UNO-Sicherheitsrat letzte Woche auch die Sanktionen gegen das libysche Regime verschärft. Dessen Kriegsmaschinerie soll finanziell «ausgetrocknet» werden. In seiner Festungsanlage Bab al Asisija in Tripolis dürfte Muammar al-Gaddafi darüber nur lachen. Gemäss Medienberichten verfügt er über immense Reserven, mit denen er noch lange Krieg gegen die internationale Streitmacht führen kann.

So soll die libysche Zentralbank über 143,8 Tonnen Gold verfügen, schreibt die «Financial Times» mit Berufung auf die neusten Daten des Internationalen Währungsfonds (IWF). Dies entspricht einem derzeitigen Wert von 6,5 Milliarden Dollar, und es gibt Schätzungen, wonach die Reserven noch grösser sind. Libyens Goldvorräte gehören damit laut «FT» zu den Top 25 der Welt. Der «Revolutionsführer» könne damit eine Söldnerarmee über Monate oder sogar Jahre hinweg finanzieren, so die Zeitung.

«Dutzende Milliarden» an Bargeld

Allerdings muss Gaddafi das Gold auch verkaufen können. Die «Financial Times» spekuliert deshalb, dass er es in die Wüstenstadt Sabha im Süden bringen liess. Von dort könne das Gold in die Nachbarländer Niger und Tschad geschafft und in einer Tochterfirma der Libyschen Auslandsbank «gewaschen» werden. Dies werde vermutlich in Form eines Tauschs erfolgen, «in Waffen, Lebensmittel oder Bargeld», wird ein Banker zitiert.

Vielleicht aber muss Gaddafi seinen Goldschatz gar nicht antasten. Angeblich verfügt er auch über «Dutzende Milliarden» an Bargeld, die er in Tripolis versteckt hat, berichtete die «New York Times» mit Berufung auf Geheimdienstkreise. Der Diktator soll bereits in den 90er Jahren begonnen haben, grosse Summen zu horten und vor der internationalen Gemeinschaft und internen Gegnern zu verbergen. «Er war sich immer bewusst, dass er mit Problemen von aussen und innen rechnen muss», sagte der britische Libyen-Experte Tim Niblock.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.