Affäre Gaddafi: Gaddafi-Sohn droht Schweiz mit Bombe
Aktualisiert

Affäre GaddafiGaddafi-Sohn droht Schweiz mit Bombe

Sohn Hannibal würde die Schweiz am liebsten zerbomben, Tochter Aisha beklagt sich über die Folter-Gefängnisse. Und Hans-Rudolf Merz versucht weiter erfolglos, Papa Gaddafi zu treffen.

von
Nico Menzato

Nachdem der libysche Staatschef Muammar Gaddafi im Juli polterte, die Schweiz müsse zerschlagen und unter den Nachbarländern aufgeteilt werden, legen nun seine Kinder nach: Laut «Sunday Times», die sich auf eine Vertraute des Gaddafi-Clans beruft, erzählte Tochter Aisha ihrem Vater, Hannibal und seine Frau ­Aline seien in ein Gefängnis «schlimmer als Abu Ghraib» gesteckt worden. Das Paar war vor über einem Jahr in Genf wegen Verdachts auf Körperverletzung verhaftet worden.

Sohn Hannibal ist noch so wütend, dass er die Schweiz am liebsten ganz vernichten würde: «Wenn ich eine Atombombe hätte, würde ich die Schweiz von der Landkarte fegen», sagte er laut «Sunday Times» vor arabischen Diplomaten in Tripolis.

Wie gefährlich Gaddafi sein kann, bewies er in den 80er-Jahren, als er bei Terroranschlägen – darunter Lockerbie – hunderte Menschen töten liess.

Trotzdem brauche die Schweiz keine Angst zu haben: «Ein Anschlag ist ausgeschlossen», so Sicherheits­experte Albert A. Stahel. Die Situation in Libyen habe sich geändert, heute wolle Gaddafi als Staatschef und nicht als Terrorist respektiert werden.

Derweil versucht Bundespräsident Hans-Rudolf Merz weiter, den Diktator zu einem Gespräch zu treffen – ohne jeglichen Fortschritt. «Der Stand der Dinge ist unverändert», so Merz-Sprecher Roland Meier.

Deine Meinung