Zoff mit dem Gaddafi-Clan: Gaddafi-Sohn spricht von Schweizer Vorschlag
Aktualisiert

Zoff mit dem Gaddafi-ClanGaddafi-Sohn spricht von Schweizer Vorschlag

Die Gaddafi-Affäre scheint - zumindest in den Augen von Saif al-Islam Gaddafi - kurz vor einer Einigung zu stehen. Die Schweiz soll Libyen einen Vorschlag zur Beilegung des Konflikts in der Affäre um die Misshandlung von Angestellten gemacht haben.

Die Schweiz habe ernsthaften Willen bekundet, eine Lösung zu finden, erklärte Saif al-Islam Gaddafi am Freitagabend in der «Tagesschau» des Westschweizer Fernsehens TSR. Über Details äusserte er sich nicht. Er war am Donnerstag am Rande des Weltwirtschaftsforums WEF in Davos mit Aussenministerin Micheline Calmy-Rey zusammengetroffen.

Das Eidg. Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) wollte die Äusserungen Gaddafis nicht kommentieren. Ein weiteres Treffen zwischen Gaddafi und Calmy-Rey sei vorgesehen, bevor dieser am Samstagnachmittag aus Davos abreise.

Das Treffen vom Donnerstagmorgen im Posthotel in Davos dauerte rund 45 Minuten. Ziel war, den Konflikt zwischen der Schweiz und Libyen zu entschärfen. Beide Parteien sprachen im Nachhinein von einer positiven Stimmung, waren aber übereingekommen, sich zum Inhalt des Gesprächs nicht zu äussern.

Saif al-Islam Gaddafi gilt als aussichtsreicher Kandidat für die Nachfolge an der Spitze Libyens. Im Vergleich zu seinem Vater gilt er als nüchtern und pragmatisch.

Seit Sommer angespannte Beziehungen

Die diplomatischen Beziehungen zwischen Bern und Tripolis sind angespannt, seit die Genfer Polizei im letzten Sommer den Gaddafi- Sohn Hannibal und dessen Ehefrau aufgrund einer Anzeige von zwei Angestellten wegen Misshandlung vorübergehend festgenommen hatte.

Trotz des Rückzugs der Anzeige im September verbesserten sich die Beziehungen nicht. Erst vergangene Woche kehrte eine Schweizer Delegation nach ergebnislosen Verhandlungen aus Tripolis zurück. Libyen verweigert nach wie vor zwei Schweizer Geschäftsleuten die Ausreise.

(dapd)

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