Kriegsverbrechen: Gaddafi verteilt laut USA Viagra an Soldaten
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KriegsverbrechenGaddafi verteilt laut USA Viagra an Soldaten

Die amerikanische UNO-Botschafterin beschuldigt das Gaddafi-Regime, seine Soldaten zu Sexualverbrechen zu ermutigen - als Strafe für Zivilisten in Rebellengebieten.

von
kri

Susan Rice, US-Botschafterin am UNO-Hauptsitz in New York, beschuldigte am Donnerstag vor dem UNO-Sicherhatsrat den libyschen Diktator Gaddafi, seine Soldaten zu sexueller Gewalt gegen Zivilisten zu ermutigen und ihnen zu diesem Zweck auch das Potenzsteigerungsmittel Viagra auszuhändigen. Dies berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf Diplomatenquellen.

Das Treffen fand hinter verschlossenen Türen statt, aber mehrere UNO-Diplomaten bestätigten, dass Rice das Thema angesprochen hatte. Laut denselben Quellen wurde aber nicht weiter darauf eingegangen. Der britische «Daily Mail» hatte bereits am Montag über sexuelle Gewalt und Viagra im libyschen Bürgerkrieg berichtet.

Internationaler Strafgerichtshof ermittelt bereits

Sollten die Viagra-Vorwürfe zutreffen, wäre das ein klarer Hinweis, dass das Gaddafi-Regime seine Soldaten geradezu zu Kriegsverbrechen aufstachelt. Ein mögliches Motiv wäre, Zivilisten in umkämpften Städten wie Ajdabyia und Misrata stellvertretend für die feindlichen Rebllen zu terrorisieren.

Die UNO richtet ein spezielles Augenmerk auf das Phänomen. Im vergangenen Jahr ernannte Generalsekretär Ban Ki-moon die Schwedin Margot Wallström zur UNO-Sonderbeauftragten zum Thema sexuelle Gewalt in Konflikten. Diese beklagt allerdings, dass der Sicherheitsrat in zwei aktuellen Resolutionen zur Lage in Libyen das Thema sexuelle Gewalt ausklammerte. Derweil ermittelt der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag gegen das Gaddafi-Regime wegen möglicher Kriegsverbrechen.

Kampagne der USA?

Wallstrom gestand ein, dass es für die Berichte über Vergewaltigungen in Libyen derzeit keine unabhängige Bestätigung gebe, verwies aber auf den prominenten Fall Iman Al Obeidis. Die Libyerin war im März in eine Hotellobby in Tripolis geplatzt, wo sie westlichen Medien berichtete, sie sei von Soldaten Gaddafis vergewaltigt worden. Kurz darauf wurde sie von Sicherheitsbeamten weggeschleift.

Dass die USA das Thema an höchster Stelle einbringen, erinnert Kritiker an ein von Wikileaks publiziertes Memo der CIA aus dem Jahr 2010. Darin rät der US-Geheimdienst, die Kriegsmüdigkeit der europäischen Öffentlichkeit mit Schauergeschichten über afghanische Frauen zu kontern: «Afghanische Frauen wären die idealen Botschafterinnen, um die Rolle der ISAF im Kampf gegen die Taliban zu vermenschlichen», heisst es in dem Dokument. Sie hätten eine einzigartige Fähigkeit, «persönlich und glaubwürdig» über ihre Erfahrungen unter den Taliban, ihre Hoffnung für die Zukunft und ihre Ängste vor einer Rückkehr der Taliban zu sprechen.

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