Affäre Gaddafi: Gaddafi will eine halbe Million
Aktualisiert

Affäre GaddafiGaddafi will eine halbe Million

Letztes Mal drohte der Clan des Revolutionsführers mit der Bombardierung der Schweiz, jetzt fordert Muammar al-Gaddafi als Genugtuung eine halbe Million Franken und einen offiziellen Verweis für die involvierten Genfer Behörden.

von
pat

Gemäss Recherchen des Westschweizer Fernsehens TSR hat Libyen neue Forderungen gegenüber der Schweiz aufgestellt, nach deren Erfüllung man gewillt wäre, die Krise mit der Schweiz zu beenden und das Kriegsbeil zu begraben.

Libyen fordert die Schaffung eines internationalen Schiedsgerichts und Verweise für die in die Verhaftung des Gaddafi-Sohns involvierten Genfer Behörden. Für den Genfer Staatsanwalt Yves Bertossa reiche aber ein Verweis nicht, dieser müsse ersetzt werden. Darüber hinaus fordert man eine öffentliche Entschuldigung der Eidgenossenschaft und die Einzahlung von 500 000 Schweizer Franken an eine wohltätige libysche Einrichtung.

Eskalation statt Entspannung

Anfang Sommer hatte Micheline Calmy-Rey verkündet, dass eine Einigung mit Libyen kurz bevorstehe. Seither scheint es, als sei ein Abschluss der Affäre in immer weitere Ferne gerückt. Die Attacken von Muammar al-Gaddafi gegen die Schweiz haben sich seither verstärkt. Mitte Juli hatte der libysche Revolutionsführer die Schweiz der Finanzierung des internationalen Terrors bezichtigt und vorgeschlagen sie unter ihren Nachbarn aufzuteilen. Zwei Schweizer Geschäftsleute befinden sich seit über einem Jahr praktisch in Geiselhaft - sie dürfen Libyen nicht verlassen.

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