Aktualisiert 15.10.2004 08:23

Gaddafi will Entschädigung für Rommels Minen

Deutschland soll Libyen Entschädigungen zahlen für die von General Rommels Truppen im Zweiten Weltkrieg vergrabenen Minen.

Das hat Revolutionsführer Mummar el Gaddafi am Donnerstagabend bei einem Treffen mit Bundeskanzler Gerhard Schröder in Tripolis gefordert.

Gaddafi wies darauf hin, dass durch die Minen, die beim Rückzug des Afrika-Corps unter Generalfeldmarschall Erwin Rommel in der Wüste gelegt wurden, bis heute viele Menschen zu Schaden kommen.

Wie aus Regierungskreisen verlautete, wies der Kanzler diese Forderungen zurück. Man dürfe angesichts der angestrebten Normalisierung zwischen beiden Länder jetzt nicht in die Vergangenheit schauen, sagte Schröder.

Der Kanzler lud Gaddafi bei dem dreistündigen Treffen in einem Zelt «zu einem geeigneten Zeitpunkt» zu einem Besuch nach Deutschland ein. Gaddafi nahm die Einladung an.

Bei dem Gespräch ging es auch um internationale Themen. Der libysche Führer lobte ausdrücklich die Rolle Deutschlands und Frankreichs im Irak-Konflikt. Wie verlautete, griff er die USA wegen ihres Irak-Kurses und ihrer Rolle im Nahostkonflikt zwischen Palästinensern und Israel scharf an.

Der Kanzler wies die pauschalen Vorwürfe gegen Washington zurück und wandte sich auch gegen Versuche, Europa und die arabischen Länder sollten gemeinsam eine Gegenkraft gegen die USA bilden.

Schröder besucht als erster Kanzler Libyen. Er will am Freitag erneut mit Gaddafi zusammenkommen. Dabei soll es vor allem um den Ausbau der Wirtschaftsbeziehungen gehen. Am Nachmittag fliegt Schröder nach Algerien weiter.

(sda)

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