Aktualisiert 22.04.2011 10:42

Krieg in LibyenGaddafis Truppen deutlich geschwächt

30 bis 40 Prozent der Bodentruppen Muammar al-Gaddafis sind ausgeschaltet. Das vermutet der US-Generalstabschef Mike Mullen.

Infolge der Luftangriffe in Libyen sind nach US-Angaben die Bodentruppen von Machthaber Muammar al-Gaddafi deutlich geschwächt. Vermutlich 30 bis 40 Prozent seien ausgeschaltet, sagte US-Generalstabschef Mike Mullen am Rande eines Truppenbesuchs in Bagdad.

Seinen Worten zufolge können derzeit weder Gaddafis Truppen noch die der Rebellen entscheidende Erfolge erzielen. «Es läuft mit Sicherheit auf eine Patt-Situation hinaus», sagte Mullen. Er fügte hinzu, es gebe keine Hinweise darauf, dass die radikal-islamistische Al-Kaida bei den Aufständischen vertreten sei.

Angriffe auf Lanuf in Libyen

Sieben Zivilisten getötet

NATO-Kampfjets haben laut einem Bericht des libyschen Staatsfernsehens Allibiya am Mittwochabend erneut Ziele in der Nähe der Hauptstadt Tripolis angegriffen. Das Ziel sei die Region Chellat el Ferdschan südwestlich von Tripolis gewesen, berichtete der Sender.

Gaddafi wendet sich ans Volk

Es habe Tote und Verletzte unter den Einwohnern gegeben. Häuser seien zerstört worden. Laut der amtlichen Nachrichtenagentur Jana wurden bei dem Angriff sieben Zivilisten getötet und 18 weitere verletzt.

«Ich erwarte ein schnelles Handeln»

Journalisten der Nachrichtenagentur AFP hörten gegen 01.00 Uhr in der Nacht zum Donnerstag Explosionen in der Ferne, die aus der Richtung von Chellat el Ferdschan kamen. Bereits tagsüber am Mittwoch hatte die NATO Ziele südwestlich von Tripolis aus der Luft angegriffen. Laut Jana kamen bei den Angriffen in der Region Bir el Ghanam vier Zivilisten ums Leben.

Aufruf der NATO

Die NATO rief die Zivilbevölkerung auf, sich von den Truppen von Machthaber Muammar al-Gaddafi fernzuhalten. Dann könne die NATO bei ihren gezielten Angriffen auf die Truppen und deren Kriegsgerät erfolgreicher sein, erklärte der für NATO-Einsätze zuständige Generalleutnant Charles Bouchard am Mittwoch in Brüssel.

Am Dienstag hatte das Bündnis eingeräumt, dass die Lufteinsätze den Schutz von Zivilisten nicht sicherstellen könnten, weil die Gaddafi-Truppen ihre Panzer mit Zivilisten als menschlichen Schutzschilden sicherten.

Bouchard erklärte, die NATO werde in den kommenden Tagen ihren Druck auf die vorderste Front der Gaddafi-Truppen aufrechterhalten, «um zu zeigen, dass die NATO entschlossen ihr Ziel verfolgt, Zivilisten zu schützen». Die Allianz werde so lange die Regierungstruppen angreifen wie diese das eigene Volk attackierten. (sda)

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