Aktualisiert 29.03.2011 21:35

Krieg in LibyenGaddafis Truppen drängen Rebellen zurück

Die libyschen Streitkräfte sind wieder auf dem Vormarsch: Nachdem sie die Rebellen aus Bin Dschawad vertrieben, nähern sie sich der strategisch wichtigen Stadt Ras Lanuf.

Die Lage am Dienstagmorgen

Angesichts wachsender Kritik im eigenen Land hat US-Präsident Barack Obama die Beteiligung am internationalen Militäreinsatz in Libyen verteidigt. Die Interessen und Werte der USA stünden auf dem Spiel, sagte Obama in einer vom Fernsehen übertragenen Rede.

Die USA hätten deshalb eine Verantwortung zu handeln, sagte Obama. Der libysche Machthaber Muammar al Gaddafi habe der Welt deutlich gemacht, dass er gegenüber der eigenen Bevölkerung «keine Gnade» walten lassen werde.

Um ein Massaker an der Zivilbevölkerung zu verhindern, habe er als Teil einer «breiten Koalition» Luftangriffe gegen Gaddafis Truppen autorisiert.

«Und heute Abend kann ich berichten, dass wir Gaddafis tödlichen Vormarsch gestoppt haben», sagte Obama in der Rede an der Militär- Universität des Verteidigungsministeriums in Washington. Mit der Ansprache wandte sich Obama erstmals seit Beginn der Luftschläge gegen Libyen vor neun Tagen direkt an die US-Bevölkerung.

Aus dem Irak-Einsatz lernen

Obama bekräftigte, dass die Rolle der USA bei dem Einsatz «begrenzt» sei und keine Bodentruppen in das nordafrikanische Land entsendet würden. Das Kommando für den Einsatz «Odyssey Dawn» werde am Mittwoch an die NATO übertragen, die USA werde eine «unterstützende Rolle» spielen.

Die US-Armee könne nicht militärisch den Sturz Gaddafis erzwingen, sagte Obama. «Um es offen zu sagen, haben wir diesen Weg im Irak eingeschlagen».

Dort habe der Regimewechsel acht Jahre gedauert, tausenden US- Soldaten und Irakern den Tod gebracht und fast eine Billion Dollar gekostet. «Wir können uns nicht leisten, das in Libyen zu wiederholen», sagte Obama.

Obama sagte, dass die USA nach der Übertragung der Führung der Militärmission an die NATO weiterhin Druck auf Gaddafi ausüben würden, nach 42 Jahren an der Macht zurückzutreten.

Appell zum Sturz von Gaddafi

Grossbritannien und Frankreich forderten die Anhänger des libyschen Machthabers am Montag aufgefordert, sich von Muammar al Gaddafi loszusagen. Zu einer am Dienstag in London beginnende internationale Konferenz über die Situation in Libyen werden Aussenminister aus rund 40 Staaten erwartet.

Die libyschen Rebellen erzielten bei ihren Kämpfen gegen Truppen von Gaddafi in den vergangenen Tagen nach Ansicht der USA nur wenige Erfolge. Die Oppositionellen seien nicht stark, sagte US-Vizeadmiral Bill Gortney am Montag.

Die USA versuchten, mehr über die Rebellen zu erfahren, die von der internationalen Allianz mit ihren Luftangriffen nicht direkt unterstützt würden. Allerdings hätten die Aufständischen von dem Einsatz profitiert.

Nur wenige Erfolge der Aufständischen

Die libyschen Rebellen haben bei ihren Kämpfen gegen Truppen von Machthaber Muammar Gaddafi in den vergangenen Tagen nach Ansicht der USA nur wenige Erfolge erzielt. Die Oppositionellen seien nicht stark, sagte US-Vizeadmiral Bill Gortney am Montag.

Die USA versuchten, mehr über die Rebellen zu erfahren, die von der internationalen Allianz mit ihren Luftangriffen nicht direkt unterstützt würden. Allerdings hätten die Aufständischen von dem Einsatz profitiert. Gortney zufolge zielten die Angriffe auch auf eine Einheit Gaddafis, die viele Zivilisten angegriffen habe.

Insgesamt seien in den vergangenen 24 Stunden sechs Marschflugkörper vom Typ Tomahawk abgefeuert und 178 Lufteinsätze geflogen worden, sagte der Vizeadmiral. Seit Beginn des Einsatzes habe es 199 Angriffe mit Tomahawks gegeben.

Gortney sagte, die USA würden keine Angriffe mit den Oppositionellen koordinieren oder Luftangriffe dazu einsetzen, damit die Rebellen weiteren Boden gut machten. Allerdings haben US- Angriffe gegen Truppen von Gaddafi den Rebellen geholfen, sich neu zu formieren und wichtige Städte zurück zu erobern. Dabei kamen auch niedrig fliegende Kampfflugzeuge zum Einsatz.

Das libysche Staatsfernsehen berichtete über erneute NATO- Luftangriffe nach Einbruch der Dunkelheit. Diese hätten «militärischen und zivilen Zielen» in den Städten Garjan und Misda gegolten, die 40 beziehungsweise 90 Kilometer von der Hauptstadt Tripolis entfernt liegen.

Rebellen wollen Öl exportieren

Die libyschen Rebellen setzen sich unterdessen dafür ein, die Sanktionen für Ölexporte aus dem von ihnen beherrschten Osten des Landes aufzuheben. Darüber gebe es Gespräche, sagte Rebellenvertreter Ali Tarhuni der Nachrichtenagentur Reuters.

Auch ein Vertreter des US-Finanzministeriums erklärte, die Rebellen könnten Öl ins Ausland verkaufen, wenn sie dabei Gaddafis Organisationen umgingen.

Der Menschenrechtsorganisation Amnesty International zufolge sind in den vergangenen Tagen Dutzende Libyer im Land verschwunden. Vermutlich seien sie in Gewahrsam genommen worden, sagte die Menschenrechtsorganisation.

Es scheine so, als würden die Unterstützer von Gaddafi eine Politik verfolgen, jeden festzunehmen, der sich der Opposition gegen den Herrscher verdächtig mache.

(sda)

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