Aktualisiert 31.07.2019 07:55

Tod wegen der Hitze?

Gärtner bricht bei Arbeit zusammen und stirbt

Starb ein Landschaftsgärtner an den Folgen der heissen Temperaturen? Baufirmen verlangen nun Hitzeferien für ihre Angestellten.

von
roy/fss
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Bauarbeiter leiden besonders unter der Gluthitze: Ein Mitarbeiter der Firma Anliker arbeitet auf einer Baustelle in Stans. (Archivbild)

Bauarbeiter leiden besonders unter der Gluthitze: Ein Mitarbeiter der Firma Anliker arbeitet auf einer Baustelle in Stans. (Archivbild)

Keystone/Urs Flüeler
Das Team von Bruno Erni (hinten, Dritter von rechts) hat bei 35 Grad nachmittags Hitzefrei.

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Fürs Arbeiten ist es vielen derzeit ein bisschen zu heiss. Sehen Sie in dieser Bildstrecke Tipps zum Abkühlen.

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Leser-Reporter

In Freiburg brach in der vergangenen Woche ein Landschaftsgärtner bei der Arbeit zusammen und kam ums Leben. Laut Francois Clement, Verantwortlicher für Gesundheit bei der Unia spreche vieles dafür, dass der Tod auf Überhitzung zurückzuführen sei. Wie die «Sonntagszeitung» schreibt, wird derzeit die Todesursache abgeklärt.

Der Klimawandel verändert also auch den Arbeitsmarkt: Voraussichtlich bekommen im Kanton Waadt Mitarbeiter von drei Firmen bald Geld von der Arbeits­losenkasse, weil ihre Vorgesetzten sie in die Hitzeferien geschickt haben. François Vodoz, General­sekretär der kantonalen Wirtschaftsdirektion, bestätigt in der «SonntagsZeitung», dass bei der Hitzewelle im Juni drei Baufirmen Gesuche für sogenannte Schlechtwetterentschädigungen eingereicht haben. Vodoz rechnet damit, dass nach der zweiten Hitzewelle im Juli noch mehr Anträge eingehen werden.

Das Phänomen ist für die Ämter neu. «Wir hatten in den Jahren zuvor noch nie solche Gesuche», sagt Vodoz. Bisher sind derartige Entschädigungen nur bei Kälte und Unwettern üblich.

Lärmvorschriften ein Problem

Im Waadtland ist man verunsichert: Es sei nicht klar, ob die Gesuche bewilligt werden können, sagt Vodoz. Man habe deshalb bei der zuständigen Bundesbehörde, dem Staatssekretariat für Wirtschaft, um eine Klärung gebeten. Dieses teilt nun mit: «Schlechtwetterentschädigungen können auch aufgrund von grosser Hitze beansprucht werden.»

Der Baumeisterverband bevorzugt allerdings eine andere Reaktion auf den Klimawandel: Er will, dass Baufirmen an Hitzetagen bereits morgens um 5 oder 6 Uhr mit der Arbeit beginnen dürfen. Dann hätten die Bauarbeiter schon am frühen Nachmittag Feierabend, bevor es richtig heiss wird. Doch vielerorts lassen das die Lärmvorschriften nicht zu.

Gegen Suva-Empfehlungen, um die Arbeiter zu schützen, wehrt sich der Baumeisterverband allerdings. Gegenüber 20 Minuten heisst es: «Nackenschutz und Stirnblenden schränken das Sichtfeld ein und gefährden die Arbeitssicherheit.» Einzig der Nutzung von Sonnencreme, steht der Verband offen gegenüber.

(roy/fss/20 Minuten)

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