Aktualisiert 26.06.2017 10:23

Pestizide in Gärten

Gärtner jagen bedrohte Tierart mit Nervengift

Die Maulwurfsgrille gilt bei Kleingärtnern als Schädling und wird mit giftigen Ködern getötet. Dabei ist sie vom Aussterben bedroht.

von
loo
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Die Maulwurfsgrille oder Werre steht seit 2002 auf der deutschen Roten Liste der bedrohten Arten. Weil sie im Boden Tunnels gräbt und Wurzeln anknabbert, ist sie bei Kleingärtnern verhasst und wird mit giftigen Ködern bekämpft.

Die Maulwurfsgrille oder Werre steht seit 2002 auf der deutschen Roten Liste der bedrohten Arten. Weil sie im Boden Tunnels gräbt und Wurzeln anknabbert, ist sie bei Kleingärtnern verhasst und wird mit giftigen Ködern bekämpft.

Antagain
Die frei im Handel erhältlichen Produkte enthalten das Pestizid Chlorpyrifos. Wissenschaftler und Umweltverbände fordern in den USA ein Verbot des Giftes, weil es zu neurologischen Störungen führen und die Entstehung des ADHS-Syndroms begünstigen kann.

Die frei im Handel erhältlichen Produkte enthalten das Pestizid Chlorpyrifos. Wissenschaftler und Umweltverbände fordern in den USA ein Verbot des Giftes, weil es zu neurologischen Störungen führen und die Entstehung des ADHS-Syndroms begünstigen kann.

LA Times
In Deutschland ist der Wirkstoff, der auch als Fisch- und Bienengift gilt und für Amphibien hochtoxisch ist, verboten – in der Schweiz nicht.

In Deutschland ist der Wirkstoff, der auch als Fisch- und Bienengift gilt und für Amphibien hochtoxisch ist, verboten – in der Schweiz nicht.

Maag-Garden

Der Bund berät Massnahmen, um den Umgang mit Pestiziden bei Hobbygärtnern zu verbessern. Wie unsinnig die frei erhältlichen Pestizide eingesetzt werden, zeigt das Beispiel der Maulwurfsgrille.

Die Maulwurfsgrille oder Werre steht seit 2002 auf der deutschen Roten Liste der bedrohten Arten. Weil sie im Boden Tunnel gräbt und Wurzeln anknabbert, ist sie bei Kleingärtnern verhasst und wird mit giftigen Ködern bekämpft. Die frei im Handel erhältlichen Produkte enthalten das Pestizid Chlorpyrifos. Wissenschaftler und Umweltverbände fordern in den USA ein Verbot des Giftes, weil es zu neurologischen Störungen führen und die Entstehung des ADHS-Syndroms begünstigen kann.

In Deutschland ist der Wirkstoff, der auch als Fisch- und Bienengift gilt und für Amphibien hochtoxisch ist, verboten – in der Schweiz nicht. Heuschrecken-Experte Christian Rösti fordert nun ein Schweizer Verbot der Köder: «Die Leute wissen oft nicht, was sie mit dem Ausbringen solcher Stoffe auslösen. Es trifft immer auch andere Insekten und bei der Werre auch grössere Tiere, weil sie ein wichtiges Beutetier etwa für Vögel ist. Zudem ist die Werre ein faszinierendes Tier, das zum Beispiel als einzige Heuschreckenart Brutpflege betreibt.»

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