Aktualisiert 19.05.2020 13:47

Please do not disturb

Gaffer verhindern Sex der Auerhühner

In der Region Zug führen Auerhähne derzeit prächtige Balztänze auf, um Weibchen rumzukriegen. Doch die Tiere werden dabei vermehrt gestört, kritisieren die Behörden.

von
Martin Messmer

Darum geht es

  • Derzeit ist bei den Auerhähnen Balzzeit.
  • Doch immer wieder stören Passanten die Balztänze.
  • Das verscheucht die leicht erschreckenden Weibchen.
  • Dies gefährdet die Chance auf Nachwuchs.
  • Die Bestände von Auerhühnern sind seit den 1950-er Jahren rückläufig.

Gefächerter, steil aufgerichteter Schwanz, hochgereckter Kopf, lautes Gurren: So wollen derzeit zwei Auerhähne im Waldnaturschutzgebiet Gutschwald in Oberägeri ZG Weibchen anlocken, um sich mit ihnen zu paaren. Allerdings gibt es ein Problem: «Sie beeindrucken damit nicht nur allfällige Hühner, sondern auch Waldbesucher», schreibt das Amt für Wald und Wild des Kantons Zug in einer Mitteilung. Allerdings mahnt Martin Ziegler, Leiter Amt für Wald und Wild: «Es ist äusserst wichtig, die balzenden Hähne trotz ihres teils aufdringlichen Verhaltens in Ruhe zu lassen und ihnen auszuweichen.» Dies sei wichtig, um die eher scheuen Weibchen nicht abzuschrecken. Nur so bestünde die Chance auf Nachwuchs.

Immer mehr Personen drängen in den Wald

Normalerweise seien Begegnungen mit Auerhühnern sehr selten, doch dieses Jahr sei das anders, haben die Behörden festgestellt. Das derzeit hohe Besucheraufkommen bringe auch Probleme mit sich. «Sogar aufgehobene Trampelpfade und Bikewege werden immer wieder begangen oder befahren. Absperrendes Astmaterial wird geräumt oder umgangen», ärgert sich Revierförster Karl Henggeler. In der Mitteilung heisst es weiter, es müssten zum Schutze besonders störungsanfälliger Arten allenfalls auch im Zuger Wald an bestimmten sensiblen Orten Einschränkungen diskutiert werden.

Schutzgebiete für Auerhühner

Ein Auerhahn in Oberägeri: Derzeit ist Balzzeit, und die Behörden bitten darum, die Tiere in Ruhe zu lassen.

Ein Auerhahn in Oberägeri: Derzeit ist Balzzeit, und die Behörden bitten darum, die Tiere in Ruhe zu lassen.

Korporation Oberägeri / Foto Tobias Hausheer.

Die Bestände von Auerhühnern sind seit den 1950-er Jahren rückläufig. Gleichzeitig hat sich das Verbreitungsgebiet verkleinert. Schweizweit liegt die Zahl des grössten Hühnervogels Europas unter Tausend. Um den Auerhuhnbestand in der Schweiz langfristig zu sichern, haben Bund und Kantone Schutzgebiete ausgeschieden.

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