Aktualisiert 04.12.2018 10:52

190'000 Fashion-Artikel

Galaxus legt sich mit Zalando an

Die Migros-Tochter Galaxus baut ihr Mode-Sortiment massiv aus – und will damit dem Onlineriesen Zalando Marktanteile abjagen.

von
V. Blank
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Das Schweizer Online-Warenhaus Galaxus will zum grossen Fashion-Anbieter werden –  und zum «zweiten starken Online-Modehändler» neben Zalando werden.

Das Schweizer Online-Warenhaus Galaxus will zum grossen Fashion-Anbieter werden – und zum «zweiten starken Online-Modehändler» neben Zalando werden.

Bei den Preisen hält der Schweizer Anbieter mit der deutschen Konkurrenz mit: Ein Weihnachtspulli von Vero Moda kostet bei Galaxus 29 Franken.

Bei den Preisen hält der Schweizer Anbieter mit der deutschen Konkurrenz mit: Ein Weihnachtspulli von Vero Moda kostet bei Galaxus 29 Franken.

Screenshot 20M
Ein anderer Weihnachtspulli von Vero Moda, diesmal bei Zalando. Preis: 26 Franken.

Ein anderer Weihnachtspulli von Vero Moda, diesmal bei Zalando. Preis: 26 Franken.

Screenshot 20M

Im Mode-Onlinehandel ist Zalando der Platzhirsch in der Schweiz: Wer Schuhe oder Kleider online bestellt, tut das meist beim Händler mit den orange-weissen Päckli.

Das Schweizer Online-Warenhaus Galaxus will es nun mit dem Onlineriesen aus Deutschland aufnehmen: Das Mode-Sortiment wurde in den letzten Tagen um ein Drittel ausgebaut. Mittlerweile können die Kunden aus rund 190'000 Fashion-Artikeln auswählen. Das sind 45'000 Artikel mehr als zuvor.

Keine Angst vor Marktmacht

Und es sollen noch mehr werden. Zurzeit sind beim Schweizer Händler etwa 880 Modemarken im Angebot, darunter etablierte Labels wie Vero Moda, Only oder Jack & Jones. Aber auch Newcomer-Marken wie Sandqvist, RVLT, Wemoto oder Wood Wood sind bei Galaxus zu finden. «Ziel ist es, das Mode-Sortiment im kommenden Jahr auf über 250'000 Artikel auszubauen», sagt Stefan Fraude, Head of Marketplace bei Galaxus.

Zum Vergleich: Das Sortiment von Zalando umfasst gemäss Firmenangaben mehr als 300'000 Artikel und über 2000 Marken.

Die Marktmacht von Zalando und das grössere Angebot schüchtern Galaxus nicht ein. Im Gegenteil: Man ist der Meinung, dass es in der Schweiz genügend Platz habe für einen «zweiten starken Online-Modehändler». «Und der wollen wir sein», sagt Fraude.

Kürzere Lieferfrist

Die selbstbewusste Haltung von Galaxus ist gerechtfertigt, meint E-Commerce-Experte Malte Polzin. «Ich traue es Galaxus zu, im Fashion-Bereich Erfolg zu haben», sagt er zu 20 Minuten. Entscheidend für den Kunden sei eine ausreichend grosse Auswahl an Artikeln und Marken – «und das ist gegeben». Um längerfristig mithalten zu können, brauche es aber auch ein entsprechendes Fashion-Shopping-Erlebnis und nicht nur viele Produkte.

Von den rund 190'000 Fashion-Artikeln bietet Galaxus etwa 80'000 selber an – sprich, die Kleider und Schuhe liegen im eigenen Lager. Bei diesen Artikeln ist die Lieferfrist um einiges kürzer als bei Zalando: «Sie sind am nächsten Tag im Briefkasten, wenn ein Kunde die Bestellung bis 17 Uhr aufgibt», erklärt Fraude.

Konkurrenzfähige Preise

Beim Rest setzt der Onlinehändler auf das Marktplatz-Prinzip mit externen Partnern, die Galaxus als Verkaufsplattform nutzen. Bei diesen Artikeln liegt die Lieferfrist derzeit bei ein bis vier Tagen. «Unser Ziel ist es, dass unsere Kunden auch Produkte von Marktplatzhändlern aus dem europäischen Raum innert 48 Stunden im Briefkasten haben», erklärt Fraude. Beim Zalando-Päckli dauert es in der Regel drei bis fünf Tage, bis es beim Schweizer Kunden ankommt.

Auch bei den Preisen kann der Schweizer Händler mit dem deutschen Konkurrenten mithalten, wie eine Stichprobe von 20 Minuten zeigt. So kostet eine Lederjacke der Marke Only bei Galaxus 300 Franken, bei Zalando 299.90 Franken. Ein grauer Wollmantel von Vila ist bei Zalando mit einem Preis von 110 Franken sogar einen Franken teurer als bei Galaxus. Dass die Preise praktisch identisch sind, muss auch so sein, sagt Fraude: «Im Onlinehandel herrscht gnadenlose Preistransparenz.»

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