Galileo-Entwicklungsvertrag unterzeichnet
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Galileo-Entwicklungsvertrag unterzeichnet

Die europäische Antwort auf das amerikanische Navigationssystem GPS ist seiner Realisierung ein grosses Stück näher gekommen. Vier Satelliten wurden in Auftrag gegeben.

Im deutschen Bundesverkehrsministerium haben Vertreter der europäischen Weltraumorganisation ESA und des Konsortiums Galileo Industries am Donnerstag den Vertrag zur Entwicklung des Systems mit einem Volumen von rund einer Milliarde Euro unterzeichnet. Der Vertrag sieht nach einer Mitteilung des Ministeriums vor, das gesamte System aus Satelliten und Bodeninfrastruktur zu entwickeln und die ersten vier Testsatelliten auszuliefern. Wenn diese Satelliten im Orbit sind, soll das System sechs Monate lang auf seine Funktionstüchtigkeit überprüft werden.

Ende 2008 soll die Entwicklungsphase mit Kosten von insgesamt 1,5 Milliarden Euro abgeschlossen sein. Anschliessend soll das System auf insgesamt 30 Satelliten anwachsen. Das Auftragsvolumen beträgt dann etwa 2,2 Milliarden Euro und soll hauptsächlich vom künftigen Konzessionär des Systems privatwirtschaftlich finanziert werden. Ab Ende 2010 soll Galileo weltweit in Betrieb genommen werden und dann eine wesentlich genauere Positionsbestimmung erlauben als das amerikanische Konkurrenzsystem GPS.

Nach Angaben des bayerischen Wirtschaftsministers Erwin Huber werden für die ersten vier Satelliten Aufträge im Wert von 200 Millionen Euro nach Deutschland gehen, ein Grossteil davon nach Bayern. Bayern erhalte die Aufträge für die Avionik, die Kabelausrüstung und die Zeiteinheit des Systems, sagte Huber.

Ein erster Testsatellit für das Navigationssystem war im Vorgriff auf den Entwicklungsvertrag bereits Ende Dezember vom russischen Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan aus ins All gestartet. «GIOVE A» soll während seiner auf zwei Jahre angelegten Mission in 23.000 Kilometern Höhe unter anderem Atomuhren und neue, speziell für Galileo entwickelte Signalgeneratoren testen. Zudem soll er die Frequenzen sichern, die Galileo von der Internationalen Fernmeldeunion (ITU) zugeteilt wurden. Die Signale müssen bis Juni erfolgreich im All ausgestrahlt werden. (dapd)

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