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Larry Huras«Gamache ist ein ganz besonderer Spieler»

SCB-Trainer Larry Huras spricht im Interview mit 20 Minuten Online unter anderem über Simon Gamache, erklärt die Strafenflut im Spiel vom Donnerstag und sagt, warum er ein scheinbar überflüssiges Time-Out genommen hat.

von
Klaus Zaugg
Larry Huras: Gibt es heute das Break?

Larry Huras: Gibt es heute das Break?

20 Minuten Online: Sie haben einmal gesagt, Sie könnten erste beurteilen, ob dieser SCB ein Meisterteam ist, wenn sich die Spieler in den Playoffs zum ersten Mal eine blutige Nase geholt haben. Das war nun der Fall, am Dienstag verlor der SCB sein erstes Playoffspiel in dieser Saison.

Larry Huras: Ich bin sehr stolz auf meine Spieler, wie sie auf diese Niederlage richtig reagiert haben und wenn Sie so wollen, war diese Reaktion eines Meisterteams würdig. Aber wir sind noch lange nicht am Ziel. Denn wir spielen gegen einen Gegner, der auch zu einer solchen Reaktion fähig ist und wir haben hier grössten Respekt für die Leistungen von Servette.

Warum haben Sie am Donnerstag beim Stande von 6:2 noch ein Time-Out genommen? Wollten Sie Chris McSorley verärgern?

Nein, überhaupt nicht. Auf den ersten Blick scheint dieses Time-Out unnötig. Aber es war bitter nötig. Wir waren daran, unsere Konzentration und das Momentum zu verlieren. Um das sofort abzustellen, habe ich dieses Time-Out genommen. Wir dürfen diesem Gegner nichts, einfach gar nichts schenken.

Was ist der Grund für die Strafenflut im Spiel am Donnerstag? Gezielte Provokationen oder Frustration bei Servette?

Es gibt immer verschiedene Gründe. Chris McSorley hat alles versucht, um unseren Rhythmus zu brechen und uns zu zeigen, dass sich seine Mannschaft noch lange nicht geschlagen gibt. Dazu kam sicherlich auch eine gewisse Frustration. Die Schiedsrichter haben einen sehr guten Job gemacht und verhindert, dass das Spiel ausgeartet ist.

Servette war ganz einfach dem Tempo nicht gewachsen, das Ihre Mannschaft vorgelegt hat.

Wir haben das Glück dass wir ausschliesslich Spieler einsetzen können, die topfit sind. Es wäre beispielsweise möglich gewesen, Thomas Ziegler am Donnerstag spielen zu lassen. Aber er war angeschlagen und wir haben ihn pausieren lassen, weil wir auf der Spielerbank mit Roland Gerber, Trevor Meier und Daniel Meier gleich mehrere gesunde Ersatzspieler haben. Ich habe es schon oft gesagt und wiederhole es gerne: Unsere Spieler arbeiten sehr konzentriert und hart - und zwar auch im Sommer. Das ist ein Grund dafür, warum unsere Energietanks gut gefüllt sind und warum wir in der Lage sind, mit hohem Tempo und hoher Intensität zu spielen.

Die Wandlung von Simon Gamache ist erstaunlich: In der Qualifikation ist er ständig umgefallen wie ein italienischer Fussballspieler. Jetzt steht er selbst vor dem gegnerischen Tor wie festgeschraubt und netzt ein.

Ja, Simon Gamache ist ein ganz besonderer Spieler. Entweder Top oder Flop. Jetzt ist er Top und ich habe grössten Respekt für seine professionelle Einstellung. Er stimmt, er ist in der Qualifikation oft aus der Balance geraten und an dieser Schwäche haben wir gearbeitet. Was er jetzt leistet ist schon beeindruckend und glauben Sie mir, es ist nicht angenehm, sich vor dem Tor von Servette hinzustellen.

Es ist schon erstaunlich, dass ein Spieler zwei Monate auf der Tribune sitzt und dann bei seiner Rückkehr ins Team so spielt, als wäre er immer dabei gewesen und Tor um Tor schiesst.

Wenn ich sagte, Simon Gamache sei ein ganz besonderer Spieler, so meinte ich auch seine ausserordentliche Berufseinstellung. Als ich ihn nicht mehr einsetzte, hat er nicht ein einziges Wort darüber verloren. Er hat es einfach akzeptiert und hat im Training noch härter gearbeitet, für positive Stimmung gesorgt und alles getan, um bereit zu sein, wenn er eine Chance bekommt.

Er wird also auch am Samstagabend in Genf spielen?

Sie können davon ausgehen.

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