Fischen verboten: «Gamen macht Kinder aggressiver als Fischen»
Aktualisiert

Fischen verboten«Gamen macht Kinder aggressiver als Fischen»

Eine Altersbeschränkung beim Fischen? Diese Forderung stösst bei den Fischern auf Unverständnis.

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vf

Fischer zeigen wenig Verständnis für die geforderte Altersbeschränkung. Abstumpfung und Aggressivität kommen von anderen Quellen. (Video: Vincent Freigang/Lorenz von Meiss)

Das Töten von Tieren bei der Fischerei prägt das Verhalten von Kindern und führt zu einer Abstumpfung. Mit diesem Argument plädiert der Schweizer Tierschutz für eine Altersbeschränkung für die Fischerei. Bei Fischereiverbänden und Hobbyfischern in der Schweiz sorgt diese Forderung für Kopfschütteln.

Videospiele sind viel schlimmer

Fischen fördert einen verantwortungsvollen Umgang mit der Natur und lehrt Kinder, woher ihr Essen tatsächlich kommt, so der Grundtenor bei den Fischern. «Niemand kann ein Fischfilet essen, ohne dass ein Fisch irgendwo stirbt. Durch die Fischerei bekommt man einen Zugang zu den Tieren und der Natur», betont Balz Zwahlen, Präsident vom Seesportfischerverein Zürich und Zollikon. «Es geht nicht nur ums Fischen, den Kindern wird immer mehr verboten.»

Das Problem der Abstumpfung liege vielmehr an anderen Orten. «Die Aggressionen, die man sammeln kann, zum Beispiel mit Videospielen, das ist eigentlich etwas, was die Kinder abstumpft», sagt Thomas Leeger, Präsident des Fischereiverbandes Zürich. Dem stimmt auch Urs Philipp, Leiter der Fischerei & Jagdverwaltung Zürich, zu: «Die Szenen, die man bei Videospielen sieht, das ist ein ganz anderes Kaliber als wenn man einen Fisch in der Hand hat und genau instruiert ist, wie man ihn tötet.»

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