E-Sport vs Realität: Gamer schlägt auf echter Strecke Profirennfahrer
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E-Sport vs RealitätGamer schlägt auf echter Strecke Profirennfahrer

Ein E-Sportler fährt in einem echten Rennwagen ein Zeitrennen gegen den Ex-Formel-1-Profi Lucas di Grassi und gewinnt. Die Kommentatoren sind überrascht.

von
rca

Der Simulationsfahrer Enzo Bonito schlägt den Formel-1-Profi Lucas di Grassi im Zeitrennen.

Die Grenzen zwischen Videospielsimulation und echter Welt verschwimmen immer mehr: Der italienische Simulationsfahrer Enzo Bonito zeigte am Wochenende, wie sich die virtuelle Erfahrung auf die Rennstrecke übertragen lässt. Er schlug den Formel-E-Fahrer Lucas di Grassi im Direktvergleich um eine halbe Sekunde.

Der 23-jährige Sim-Racer nahm am Race of Champions (ROC) in Mexiko-Stadt teil, einer Autosportveranstaltung, bei der einmal im Jahr Profis aller Renndisziplinen zusammenkommen und sich freundschaftliche Kopf-an-Kopf-Rennen liefern. Seit dem letztem Jahr sind auch E-Sportler mit dabei.

Vom Rückstand zum Sieg

Unter den Grossen waren Namen wie Sebastian Vettel, Mick Schumacher und eben auch der brasilianische Formel-E-Fahrer Lucas di Grassi. Vor sieben Jahren fuhr der 34-Jährige noch für Virgin Racing bei der Formel 1. Nun zog er am ROC gegen einen E-Sportler den Kürzeren, der die meiste Zeit im Simulator verbracht hatte.

Die beiden lieferten sich auf einer kurzen, kurvigen Rundstrecke ein Duell. In der ersten Runde war di Grassi noch fast zwei Sekunden schneller, Bonito fuhr aber eine spektakuläre zweite Runde und holte sich mit einer halben Sekunde Vorsprung den Sieg. Die beiden Fahrer waren in Vuhl-05-Rennwagen unterwegs. Bonito ist zusammen mit anderen E-Sportlern bei den Racing-Teams Redline und McLaren Shadow unter Vertrag.

Auch Formel 1 anerkennt Leistung

Der junge Simulations-Racer konnte erst seit knapp einem Jahr in einem echten Rennauto üben, was kein Vergleich zur langjährigen Erfahrung di Grassis ist. Die Kommentatoren reagierten ungläubig auf den Sieg Bonitos. Die Reaktionen auf Twitter sind aber zahlreich, auch der offizielle Kanal der Formel 1 zollt dem E-Sport Anerkennung und lobt die Leistung des Italieners.

In Rennsimulationen werden die physikalischen Begebenheiten des Rennsports so echt wie möglich nachgestellt. Profis nutzen dabei nicht die Maus und die Tastatur, sondern Lenkräder, Pedale und Spezialsitze – genauso wie bei echten Rennautos. Inzwischen ist das Erlebnis so realistisch, dass nur noch wenige Unterschiede zum echten Sport bestehen. Seit einigen Jahren gibt es daher auch in diesem Bereich E-Sport-Teams.

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