Covid-Boom: Games verkaufen sich jetzt doppelt so gut wie Filme
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Covid-BoomGames verkaufen sich jetzt doppelt so gut wie Filme

Die Games-Industrie profitierte dieses Jahr von einem Covid-Boom – die Filmindustrie litt hart unter der Pandemie. Darum ist der Umsatz bei Games dieses Jahr doppelt so gross wie bei Filmen.

von
Raphael Knecht
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In dieser Bildstrecke siehst du, welche Games dieses Jahr die Bestseller waren. Die Liste basiert auf den vom Marktforschungsunternehmen NPD zusammengetragenen Verkaufszahlen von Ladengeschäften und aus digitalen Kanälen von Januar bis Ende November.

In dieser Bildstrecke siehst du, welche Games dieses Jahr die Bestseller waren. Die Liste basiert auf den vom Marktforschungsunternehmen NPD zusammengetragenen Verkaufszahlen von Ladengeschäften und aus digitalen Kanälen von Januar bis Ende November.

Activision Blizzard
Bei Nintendo-Games können allerdings keine digitalen Verkaufszahlen berücksichtigt werden, da der Konzern diese Informationen nicht veröffentlicht.

Bei Nintendo-Games können allerdings keine digitalen Verkaufszahlen berücksichtigt werden, da der Konzern diese Informationen nicht veröffentlicht.

Nintendo
Auch Publisher wie Activision Blizzard und Take-Two legen nicht sämtliche digitalen Verkaufszahlen offen.

Auch Publisher wie Activision Blizzard und Take-Two legen nicht sämtliche digitalen Verkaufszahlen offen.

Activision Blizzard

Darum gehts

  • Die Games-Industrie konnte von der Pandemie profitieren.

  • Umsätze sind auf 160 Milliarden Franken in die Höhe geschossen.

  • Das ist doppelt so viel, wie die Filmindustrie dieses Jahr verzeichnen kann.

Die Pandemie hat vielen Unterhaltungsindustrien stark zugesetzt – einige konnten aber auch profitieren. Für die Games-Industrie waren die weltweit verordneten Lockdowns und Einschränkungen des öffentlichen Lebens sogar ein Wachstumstreiber: Der weltweite Umsatz mit Games wird dieses Jahr um 20 Prozent auf 160 Milliarden Franken in die Höhe schnellen, wie die Marktforscher von IDC prognostizieren.

Im Entertainment-Bereich ist das richtig viel, wie der Vergleich zur Filmindustrie zeigt: Vor einem Jahr erzielte diese noch einen Rekordumsatz von 89 Milliarden Franken. Der Games-Markt ist also fast doppelt so gross – selbst wenn man die durch die Pandemie verursachten Einbussen nicht einberechnet.

Experten gehen davon aus, dass die Kinos weltweit um die 25 Milliarden Franken verlieren werden. Im Gegensatz dazu soll der Streaming-Markt dieses Jahr circa um 7 Milliarden Franken wachsen. Damit ergäbe sich über den Daumen gerechnet ein Jahresumsatz mit Filmen von 71 Milliarden Franken – weit weniger als die Hälfte der Games-Industrie.

Die grössten Gaming-Verkaufsschlager des Jahres siehst du in der Bildstrecke oben. Welche Games bei den Lesern und Leserinnen dieses Jahr am besten ankamen, erfährst du demnächst ebenfalls auf 20 Minuten.

Lichtblicke für die Kinos

Immerhin: Für die Filmindustrie solls im nächsten Jahr wieder bergauf gehen. Insbesondere in China sind Experten optimistisch, dass die Kinos die Effekte der Pandemie schon bald hinter sich lassen können. Weil der Kampf gegen das Virus in der westlichen Welt aber noch länger andauert, tun sich Analysten schwer mit konkreten Prognosen, wann die Umsätze der Filmindustrie wieder das Niveau von 2019 erreichen können.

Eines sind sich die Experten aber einig: Die Pandemie hat manche Entwicklungen im Filmgeschäft stark beschleunigt. Kleinere Produktionen wie etwa Indie-Filme wurden bereits vor 2020 zunehmend von Streaming-Anbietern finanziert und gezeigt. Diese Entwicklung dürfte sich auch künftig fortsetzen.

Games profitieren weiter

Aber auch bei den Games ist weiteres Wachstum angesagt. Der Beschleunigungseffekt der Pandemie dürfte laut IDC auch 2021 noch zu spüren sein. Bei Mobile Games erwarten die Experten den grössten Anstieg. Grund dafür ist, dass Smartphones weiter verbreitet und oft günstiger sind als Konsolen.

Des Weiteren dürfte der Konsolenmarkt im kommenden Jahr davon profitieren, dass 2020 die neuen Generationen der X-Box und Playstation erschienen sind. Mit vorzu neuen, teils exklusiven Games für die Geräte von Microsoft und Sony dürften die Verkaufszahlen weiter in die Höhe klettern.

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