Neues Lehrmittel: Gaming wird Wahlfach an Schweizer Schulen
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Neues LehrmittelGaming wird Wahlfach an Schweizer Schulen

Die Swisscom lanciert ein neues Lehrmittel für Schulen: Im Klassenzimmer werden so E-Sport und Gaming vertieft behandelt. Schülerinnen und Schüler reflektieren damit ihr Game-Verhalten und lernen Jobs in der Branche kennen.

von
Tobias Bolzern
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Gaming wird zum Wahlfach an Schweizer Schulen. Mit einem neuen Lehrmittel lernen 12- bis 16-jährige …

Gaming wird zum Wahlfach an Schweizer Schulen. Mit einem neuen Lehrmittel lernen 12- bis 16-jährige …

Unsplash
… Schülerinnen und Schüler die verschiedenen Videospiel-Genres kennen. Wie zum Beispiel Sport- ….

… Schülerinnen und Schüler die verschiedenen Videospiel-Genres kennen. Wie zum Beispiel Sport- ….

Unsplash
… oder Casual-Games. 

… oder Casual-Games.

20min/Simon Glauser

Darum gehts

  • Ein neues Lehrmittel soll Gaming ins Klassenzimmer bringen.

  • In 30 Lektionen wird Lernenden Game-Wissen vermittelt.

  • Dabei gibt es auch praktische Blöcke mit Videospielen.

Was für Games gibt es? Was heisst Cloud-Gaming? Wie mache ich Gamen zum Beruf? Was kann ich mit Games trainieren? Aber auch: Was sind Hate-Speech und Cyber-Grooming? Wo sind die Risiken beim Zocken und wie ist es, nach Games süchtig zu sein? Solche Fragen werden im Klassenzimmer beantwortet.

Games gehören bei vielen Schülerinnen und Schülern heute zum Alltag. Mit einem neuen digitalen Lehrmittel soll jetzt das fachliche Grundwissen und die Medienkompetenz in diesem Bereich verstärkt werden. Das neue Lehrmittel ist für Schülerinnen und Schülern der siebten bis neunten Klasse gedacht. Also für 12- bis 16-Jährige. Es beinhaltet rund 30 Lektionen, die in acht Module aufgeteilt sind. Lanciert wurde das Lehrmittel von Telecomanbieterin Swisscom.

Spielen im Unterricht

So wird zum Beispiel Wissen über verschiedene Game-Genres oder über die Geschichte der Videospiele und Spielkonsolen vermittelt. Weiter lernen die Schülerinnen und Schüler Gaming-Kompetenzen kennen, die im Alltag hilfreich sein können. Diese sogenannten Soft Skills sind zum Beispiel Fähigkeiten wie Kreativität und Anpassungsfähigkeit. Sie sind schwierig zu messen, spielen jedoch bei der Berufswahl eine grosse Rolle.

Nicht nur Gaming, auch E-Sport hat einen Platz im Unterricht. Die Schülerinnen und Schüler lernen die Jobs kennen, die es in beiden Bereichen gibt. Der Unterricht ist aber nicht nur reine Theorie. In jedem Modul wird ebenfalls gespielt. «Das Game ist jeweils auf den Wissensteil abgestimmt. Es wird somit nicht einfach gespielt, sondern die Schülerinnen und Schüler setzen sich während der Gaming-Sequenz mit dem Thema des jeweiligen Moduls auseinander. Bei der Auswahl der Games wurde darauf geachtet, dass die Altersfreigabe PEGI 12 nicht überschritten wird», heisst es im Lehrmittel.

Zustimmung der Eltern

Aufgrund des Mindestsalters bei Plattformen wie Twitch und Youtube müssen die Eltern der Anmeldung für das Wahlfach schriftlich zustimmen. Mit dem Lehrmittel werden laut Swisscom verschiedene Kompetenzen gefördert und entwickelt, die auch der Lehrplan21 der Deutschschweizer Kantone vorsieht. Um sich mit den Inhalten vertraut zu machen, gibt es für Lehrpersonen Workshops.

Mehr als 70 Prozent der Jugendlichen in der Schweiz spielen regelmässig Videospiele. Das zeigt die James-Studie 2020, für die rund 1000 Jugendliche von 12 bis 19 Jahren befragt wurden. Besonders beliebt bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern sind Game-Flatrate-Abos wie der Xbox Game Pass oder Playstation Now.

Mit der Hero League bietet die Swisscom zusammen mit ESL seit 2018 eine Plattform für Casual- und Profi-Gamer aus der Schweiz an. Gespielt werden «Clash Royale», «League of Legends» und «Counter Strike: Global Offensive». Die Qualifikationsphase der Hero League startet am 20. Februar 2021. Interessierte können sich ab sofort hier anmelden.

Diese Fähigkeiten kannst du dir mit Games antrainieren

20 Minuten hat mit dem Gaming Skills Translator von Manpower untersucht, welche Soft Skills man sich mit drei Spielen aus den Kategorien Shooter, Strategie und Rollenspiel aneignen kann. Das Tool fragt jeweils nach Erfahrung, Spielzeit pro Woche und einer Einschätzung der eigenen Fähigkeiten. Die Antworten beziehen sich auf 2 oder mehr Jahre Game-Erfahrung bei 8 bis 12 Stunden Spielzeit pro Woche. Die eigenen Fähigkeiten wurden als überdurchschnittlich angegeben.

«Call of Duty»-Reihe: Der Ego-Shooter fördert die Kompetenzen Überzeugungskraft, soziale Wahrnehmungsfähigkeit und Betriebsüberwachung. Passende Berufe für dieses Profil sind zum Beispiel Maschinenführerin oder Industrietechniker, das Callcenter wäre ebenfalls ein geeigneter Arbeitsort.

«Age of Empires II»: Das Strategiespiel trainiert Überzeugungskraft, Koordinationsfähigkeit und Fähigkeiten im Bereich Betrieb und Kontrolle. Mögliche Jobs wären Krankenpfleger oder Küchenchefin.

«Mario Kart 8»: Das Rennspiel steigert Fähigkeiten wie die Systembewertung, bei der ein System als Ganzes zu verstehen und Vorschläge für Verbesserungen abzugeben sind, aktives Zuhören und Entscheidungsfähigkeit. Berufe in einem Lager oder im Büro wären geeignet.

Deine Meinung

154 Kommentare
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Dario321985

17.02.2021, 17:46

Also das fach wird mir spass mache 😂

Mediara

17.02.2021, 16:36

Wo kann ich mich als Lehrperson für das Wahlfach bewerben? 😁

Winnie Bubu

17.02.2021, 15:58

Die Kids würden besser Programmieren lernen. Was kommt als nächstes? Schulfach SMSlen und Emojis unterscheiden?