Aktualisiert 28.03.2014 13:13

Blutiges Spektakel

Gang schlachtet Tiger für reiche Chinesen

Hochrangige Funktionäre aus Politik und Wirtschaft ergötzen sich daran, wie die Raubkatzen vor ihren Augen getötet werden. Danach verspeisen sie die exotische Delikatesse.

von
kmo
Dieser Sumatratiger ist in Sicherheit: Er lebt im Tierpark in Berlin.

Dieser Sumatratiger ist in Sicherheit: Er lebt im Tierpark in Berlin.

Ein grausames Rahmenprogramm bei Treffen von Geschäftsleuten und hochrangigen Politikern erfreut sich in China zunehmender Beliebtheit: Die wichtigen Herren dürfen dabei zusehen, wie ein Tiger geschlachtet wird. Teile der getöteten Raubkatze werden danach als Delikatesse kredenzt.

Laut der «South China Morning Post» haben Polizisten am 14. März in der chinesischen Stadt Leizhou bei einer Razzia 16 Personen bei ihrem blutigen Tun überrascht, einer sei auf der Flucht aus einem Fenster gesprungen und ums Leben gekommen. Die Beamten stellten Messer, Elektroschockpistolen und ein ganzes totes Tier sicher. Ausserdem fanden sie verschiedene verbotene Produkte wie zum Beispiel Tigerknochenwein.

Tod durch Elektroschockstab

Die Verhafteten sollen in den vergangenen Jahren insgesamt mehr als zehn Tiger getötet haben, weitere zehn Tiere sollen in derselben Region von anderen Personen geschlachtet worden sein. Laut «Global Times» ist auf einem Video aus dem Jahr 2009 zu sehen, wie die Grosskatzen getötet werden: Die Schlachter stecken sie in einen Käfig und rammen ihnen einen Elektroschockstab ins Maul.

Der Handel mit Tigerteilen ist in China seit 1993 verboten – trotzdem floriert er. Produkten aus Tigerknochen werden heilende Kräfte nachgesagt. Das Fleisch gilt als Delikatesse und Statussymbol. Ein Kilogramm Tigerknochen bringt umgerechnet rund 2000 Franken ein, ein Kilogramm Alkohol, der mit Knochen der Tiere angereichert wurde, umgerechnet rund 145 Franken.

Bei den Tieren handelt es sich meist um Indonesische Tiger, die aus Vietnam nach China geschmuggelt werden. Sie sind akut vom Aussterben bedroht.

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