«Unsoziales Verhalten»: Gangsitzer gehen Pendlern auf die Nerven
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«Unsoziales Verhalten»Gangsitzer gehen Pendlern auf die Nerven

In Trams und Zügen belegen viele Leute lieber die Sitzplätze beim Gang statt jene am Fenster – zum Ärger der Pendler. Auch bei der Passagierlobby Pro Bahn ist das Problem bekannt.

von
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Wegen Gangsitzern muss man im Trams über Beine und Taschen klettern, um zu seinem Platz zu kommen.

Wegen Gangsitzern muss man im Trams über Beine und Taschen klettern, um zu seinem Platz zu kommen.

Die Gangsitzer in den Trams und Bussen der Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ) werden immer mehr zu einem Ärgernis. Wie das «Tagblatt der Stadt Zürich» berichtet, empören sich viele Pendler über dieses Verhalten. Man müsse ständig über Beine und Taschen steigen oder darum bitten, der Mitfahrer möge doch einen Sitz rutschen. Missbilligende Blicke erhalte man in jedem Fall.

Die VBZ sieht allerdings keinen Handlungsbedarf. Es seien bislang keine Kundenreaktionen zu diesem Thema eingegangen. Das kann Urs Schaffer, Präsident der Passagierlobby Pro Bahn Sektion Zürich, kaum glauben: «Wir kennen das Problem schon lange und hören immer wieder Beschwerden darüber», sagt er zu 20 Minuten. Gemäss Schaffer ist der Gangplatz so beliebt, weil dort die Sonne weniger brennt und er sich näher bei den Ausgängen befindet.

«Unsoziales Verhalten»

«Dagegen machen kann man allerdings nichts, denn meist sind sich jene Personen gar nicht bewusst, was sie tun», sagt Schaffer. Er appelliert daher an den gesunden Menschenverstand der Pendler und hofft, dass sie irgendwann selber realisieren, «dass ihr Verhalten unsozial ist».

Derselben Meinung ist auch SBB-Sprecherin Franziska Frey. Es liege in der Verantwortung der Reisenden, darauf achtzugeben, wie sie sich verhielten. Die SBB appellierten daran, gewisse Umgangsformen zu wahren. Zudem sieht Frey nur ein Problem, wenn Sitze mit Taschen belegt werden. «Solange ein Sitz frei ist und nicht mit Gepäck blockiert, dann gibt es immer die Möglichkeit, sich daraufzusetzen», sagt Frey. In manchen Situationen müsse man halt die Person darum bitten, Platz zu machen.

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