Aktualisiert 27.06.2014 20:07

Ciro EspositoGanz Napoli trauert um verstorbenen Tifoso

Sieben Wochen nach den Ausschreitungen am italienischen Cupfinal ist der neapolitanische Fussball-Fan Ciro Esposito gestorben. Am Freitag wurde er von Napoli-Fans zu Grabe getragen.

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Knapp sieben Wochen nach den Randalen beim Cupfinal von Rom ist der Neapolitaner Ciro Esposito, Anhänger des SSC Napoli, gestorben. Der 30-jährige Esposito war am 3. Mai vom Capo der AS Roma, Daniele de Santis, niedergeschossen worden. Sein Tod rückt die Gewalt-Probleme im italienischen Fussball nun einmal mehr in den Fokus.

Esposito erlag am Mittwochmorgen auf der Intensivstation des Poliklinikums Gemelli von Rom seinen Verletzungen. Der junge Mann starb an Organversagen, wie ein Klinikleiter mitteilte. Esposito war Stunden zuvor ins Koma gefallen.

Eine bewegende Trauerfeier

Der Bürgermeister Neapels, Luigi de Magistris, verordnete der Stadt Neapel einen Trauertag: «Für Ciro, seine Familie, für unsere Bürger, um Nein zu sagen zur Verbindung Fussball und Gewalt», schrieb er auf Twitter.

Ciro e' morto e a Napoli proclamiamo il lutto cittadino.Per Ciro,per i familiari,per il nostro popolo.Per dire no al binomio calcio-violenza- Luigi de Magistris (@demagistris) 25. Juni 2014

Am Freitag wurde Esposito im Vorort Scampia, seiner Heimat, beerdigt. Tausende Menschen - darunter Politiker, der Chef von Italiens Olympischem Komitee, Giovanni Malagó, und Neapels Präsident Aurelio De Laurentiis - nahmen Abschied. Wie «Corriere della Sera» berichtet, haben Napoli-Fans den Sarg bis zum Platz getragen, an dem die Trauerzeremonie stattfand.

Schwere Vorwürfe der Familie

Die Familie des Opfers erhebt mittlerweile schwere Vorwürfe gegen die Offiziellen rund um das Finale der Coppa Italia zwischen Neapel und dem AC Florenz. «Diejenigen, die verantwortlich waren für die Sicherheit, müssen bezahlen», stand in einem Schreiben, das die Familie der Nachrichtenagentur ANSA schickte.

Ihr Sohn Ciro sei ein friedlicher Fussball-Fan, meinte die Mutter. Er sei an jenem Tag eingeschritten, als ein Fan-Bus aus Neapel angegriffen wurde. Daniele de Santis, ein polizeibekannter Hooligan, schoss auf Esposito und zwei weitere Anhänger. «Unser Ciro hat die Angstschreie der Kinder gehört, die zusammen mit ihren Familien ein Fussballspiel ansehen wollten; er ist gestorben, weil er anderen geholfen hat», heisst es weiter im Schreiben.

Dem mutmasslichen Todesschützen, der nach den Zusammenstössen am 3. Mai in der Via Tor di Quinto selbst verletzt in ein Spital gebracht worden war und inzwischen im Gefängnis sitzt, steht nun ein Prozess wegen Totschlags bevor, schreibt die Nachrichtenagentur dpa. Der Ultra-Anhänger des AS Rom wird der rechtsradikalen Szene zugeordnet.

Tausende in Neapel nahmen Abschied von Ciro Esposito (Quelle: YouTube/Pupia Campania)

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